Finanzen Wer wann bei Produktionsausfall durch Naturkatastrophen zahlt

Redakteur: Claudia Otto

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Naturkatastrophen in Japan sind enorm. Industrieunternehmen in Deutschland bekommen die Folgen in Form von Lieferausfällen zu spüren. Nicht immer sind entstandene Schäden versichert. Unternehmen sollten ihren Versicherungsschutz daher genau prüfen.

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In den meisten Versicherungsverträgen sind Schädigungen durch nukleare Strahlung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. (Bild: N.Schmitz/Pixelio.de)
In den meisten Versicherungsverträgen sind Schädigungen durch nukleare Strahlung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. (Bild: N.Schmitz/Pixelio.de)

Japan ist ein wichtiger Handelspartner für die deutsche Wirtschaft. Die indirekten Folgen der Katastrophen in Japan haben daher auch für Deutschland eine große wirtschaftliche Bedeutung. Allein Maschinenimporte aus Japan wie Komponenten der Antriebs- und Lufttechnik oder Werkzeugmaschinen umfassten im Jahr 2010 nach Angaben des VDMA ein Volumen von rund 3,5 Mrd. Euro. Gleichzeitig ist Japan ein wichtiger Absatzmarkt des deutschen Maschinenbaus.

Bereits ein einzelner Zulieferausfall kann die Produktion stoppen

Wegen der Zerstörung von Produktionsstätten können viele japanische Unternehmen nicht voll produzieren. Staatlich verordnete Energie- und Wasserrationierungen verursachen zusätzliche Produktionsausfälle.

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Teilweise können Waren wegen der Zerstörung der Infrastruktur oder fehlender Transportmöglichkeiten nicht geliefert werden. Diese Liefer- und Bezugsschwierigkeiten treffen auch Unternehmen hierzulande.

Aufgrund der modernen Gestaltung der Produktionsprozesse (Just-in-Sequence-/Just-in-Time-Fertigung) droht bereits durch einen einzelnen Zulieferausfall ein Produktionsstopp mit erheblichen finanziellen Konsequenzen. Während der Umsatz ausfällt, muss das Unternehmen zum Beispiel laufende Betriebskosten, Löhne und bereits bestellte Waren zahlen.

Betriebsunterbrechungsversicherungen im Mittelstand wenig verbreitet

Unter Umständen machen Geschäftspartner Schadensersatz und Vertragsstrafen wegen der Nichteinhaltung von Lieferverpflichtungen geltend oder Ähnliches. Für betroffene Unternehmen stellt sich die Frage, ob die Schäden durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-Versicherung) gedeckt sind.

Andere Unternehmen sehen sich mit der Frage konfrontiert, ob sie sich zukünftig gegen das Risiko einer Betriebsunterbrechung durch Zulieferengpässe absichern können. Bisher verfügen vor allem international tätige Unternehmen über BU-Versicherungen, bei den mittelständischen Unternehmen ist es hingegen nur rund ein Viertel.

Versicherung bewahrt vor Insolvenz durch Betriebsunterbrechung

Die BU-Versicherung ist eine Schadenversicherung. Sie deckt im Schadensfall den Ertragsausfall eines Unternehmens. Sie kann somit das Unternehmen vor einer durch die Betriebsunterbrechung verursachten Insolvenz schützen.

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