Finanzen

Wer wann bei Produktionsausfall durch Naturkatastrophen zahlt

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Sachschaden muss unmittelbar durch versicherte Gefahr entstanden sein

Damit die Versicherung einen Ertragsausfallschaden ersetzt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Sachschaden auf einem Versicherungsgrundstück: Voraussetzung für jeden Anspruch aus der BU-Versicherung ist ein Sachschaden auf einem sogenannten Versicherungsgrundstück (dies ist in der Regel der eigene Betrieb oder auch der des Zulieferers oder Abnehmers). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das Erdbeben oder der Tsunami die Maschinen oder Gebäude des japanischen Zulieferers beschädigte. Kein Sachschaden liegt hingegen vor, wenn die Produktion allein deshalb ausfällt, weil die japanische Regierung die Stromversorgung limitiert hat.

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2. Verursachung durch versicherte Gefahr: Der Sachschaden muss unmittelbar durch eine versicherte Gefahr verursacht worden sein.Welche Gefahren gedeckt sind, ist von der jeweiligen Vereinbarung abhängig. Im Fall Japan ist zu beachten: In den meisten Versicherungsverträgen sind Schädigungen durch nukleare Strahlung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

3. Betriebsunterbrechung aufgrund des Sachschadens: Des Weiteren muss der Sachschaden zu einer Betriebsunterbrechung geführt haben. Dafür ist nicht der völlige Stillstand der Produktion erforderlich. Eine Betriebsunterbrechung im Sinne der BU-Versicherung liegt bereits vor, wenn der Betrieb nicht in der vorherigen Weise fortgesetzt werden kann.

Die BU-Versicherung ersetzt den Ertragsausfall für die sogenannte Haftzeit. Die Haftzeit beträgt regelmäßig zwölf Monate ab Eintritt des Sachschadens (und ab Ende der Karenzzeit). Über gesonderte Vereinbarungen kann die Haftzeit verlängert werden, zum Beispiel wenn eine Betriebswiederaufnahme innerhalb dieser Zeit vorhersehbar nicht erreicht werden kann.

Einsparungen und Erwirtschaftungen werden vom Schaden abgezogen

Der Ertragsausfall setzt sich zusammen aus den laufenden Kosten (soweit sie rechtlich notwendig oder wirtschaftlich begründet sind) sowie dem entgangenen Gewinn, den das Unternehmen ohne Unterbrechung erwirtschaftet hätte. Schadenminderungsmaßnahmen sind ersatzfähig, soweit sie den Entschädigungsumfang verringern oder als geboten erachtet werden durften. Einsparungen und Erwirtschaftungen werden vom Schaden abgezogen.

Da es keine allgemeingültige Berechnungsmethode für den Ertragsausfall gibt, birgt die Berechnung des ersatzfähigen Schadens Konfliktpotenzial mit dem Versicherer. Eine genaue betriebswirtschaftliche Analyse des Geschäftsergebnisses und der einzelnen Kostenpositionen ist notwendig.

Zusätzlich mit der Betriebsunterbrechung verbundene Kosten, wie etwa Vertragsstrafen und Ersatzleistungen für Abnahme- und Lieferverpflichtungen, können über eine zusätzliche Vereinbarung versichert werden.

Unternehmen, die sich angesichts komplexer Fertigungsprozesse gegen Produktionsausfälle durch Zuliefer-/Abnehmerschwierigkeiten absichern wollen, sollten das Ausfallrisiko tiefer analysieren.

Nach den verheerenden Auswirkungen der Japankrise geht die Versicherungswirtschaft davon aus, dass sich die Prämien im Bereich der BU-Versicherung zukünftig verteuern werden. Auch vor diesem Hintergrund bedarf es einer eingehenden Bedarfsprüfung. Die Checkliste gibt dafür eine erste Orientierung.

Literatur:

  • [1] Musterklauseln des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2008; SK8403 „Rückwirkungsschäden durch Zulieferer“; SK8404 „Rückwirkungsschäden (Abnehmer)“.

* Dr. Anja Mayer ist Rechtsanwältin in der Sozietät Wilhelm Rechtsanwälte in 40219 Düsseldorf

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