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Wie das Presswerk 4.0 seine Daten vernetzt

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde / Udo Schnell

Mit dem Presswerk 4.0 sollen Stillstandszeiten halbiert und die Fertigung flexibilisiert werden. Basis dafür ist die intelligente Vernetzung von Mensch und Maschine. Die verschiedenen Daten werden in einem unternehmensinternen Datenzentrum verknüpft.

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Am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand sehen die HMI-Besucher ein Miniatur-Presswerk, das als Projektionsfläche dient: Mit Hilfe eines Tablet-Computers werden auf dem Bildschirm virtuelle Informationen über dem Modell eingeblendet.
Am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand sehen die HMI-Besucher ein Miniatur-Presswerk, das als Projektionsfläche dient: Mit Hilfe eines Tablet-Computers werden auf dem Bildschirm virtuelle Informationen über dem Modell eingeblendet.
(Bild: Fraunhofer IWU/ Ronald Bonss)

Die Forscher am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz haben sich Industrie 4.0 im Bereich der Produktionstechnik auf die Fahnen geschrieben. Die Besonderheit: Drei Wissenschaftsbereiche decken die inhaltlichen Dimensionen einer Produktion 4.0 sowohl material- als auch technologie-, maschinen- und IT-seitig ab. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz widmen sie sich unter anderem dem Presswerk der Zukunft. Durch neue Formen der Informationserfassung sowie eine gezielte Vernetzung von Daten in der Produktion können die Mitarbeiter zum Beispiel Fehler schneller erkennen und beheben, aber auch flexibler auf kurzfristige Planungsänderungen reagieren.

Prof. Dr.-Ing. Dirk Landgrebe, geschäftsführender Institutsleiter und Wissenschaftsbereichsleiter Umformtechnik und Fügen am Fraunhofer-IWU, beschreibt, was sich dahinter verbirgt: „Effizienzsteigerungen werden auch ohne grundlegende Veränderungen in der reinen Umformtechnologie ermöglicht. Das heißt: Daten, die vom Werkzeug, der Presse, dem Produktionsplanungs- oder Qualitätssicherungssystem sowie von der Werkstoffkontrolle kommen, werden gleichzeitig und vernetzt erfasst. Auf der Basis dieser Daten wird der Prozess dann gestaltet.“

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In der Praxis heißt das: Wenn ein fehlerhaftes Tiefziehteil, wie beispielsweise ein Kotflügel, am Ende der Pressenstraße einen Riss hat, wird heute nacheinander abgefragt, wo der Fehler liegen könnte. War der Werkstoff in Ordnung? Stimmen die Presseneinstellungen und die Beölung? Oder liegt es am Werkzeug? Das ist zeitaufwendig. Die Mitarbeiter müssen das fehlerhafte Teil aussortieren. Und wenn es sich nicht nur um einen Ausreißer handelt, sondern alle aus der Presse fallenden Bauteile den Fehler aufweisen, heißt es: die Pressen anhalten.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik