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Maschinenbau

Wie das Zeppelin-Konzept den Maschinenbau bereichern kann

| Autor/ Redakteur: Erik Gratzfeld und Mike Ambach / Peter Königsreuther

Die Spezialisten von bl-design aus Weinheim sind Kenner und Könner im Hinblick auf technische Textilien. Hier ein paar Anwendungsideen für Maschinenbauer.

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Bearbeitungszentrum mit Roboter, wie es sich bl-design konzipiert mit technischen Textilien vorstellt.
Bearbeitungszentrum mit Roboter, wie es sich bl-design konzipiert mit technischen Textilien vorstellt.
(Bild: bl-design)

Auf der allwöchentlichen bl-design-Rennradrunde erblickten wir wieder einmal den Zeppelin NT am Himmel. Wir bewunderten den Aufbau des Flugapparats, seine starre Unterkonstruktion, die von einer Membran umschlossen und zusammengehalten wird. Quasi Leichtbau bei gleichzeitiger Witterungsbeständigkeit und hoher Stabilität. Wenn ein Zeppelin mit starrer Unterkonstruktion, umspannt von technischen Textilien fliegt, und dabei noch Dutzende von höchsten Sicherheitsbestimmungen erfüllen kann, sollte man über diese Art von Materialeinsatz auch in anderen Bereichen ernsthaft nachdenken.

Ein anderes Beispiel ist die Allianz-Arena in München, die von dem weltberühmten Architekten Herzog und De Meuron aus Basel 2005 entworfen wurde. Sie ist umgeben von einer 65.500 m² großen Fassaden- und Dachkonstruktion aus einer textilen Membran namens ETFE. Seit über 15 Jahren leuchtet sie, trotz aller Wetterbedingungen, in strahlendem Weiß.

Blech dominiert bisher den Schutzaufbau

Die Vorteile von technischen Textilien und Membranen liegen auf der Hand – Sie sind sehr leicht und sehr widerstandsfähig. Heute finden technische Textilien in der Industrie, in der Medizin und bei Konsumgütern bereits eine breite Akzeptanz. Die Eigenschaften von technischen Textilien und Membranen im Einzelnen aufzuzählen sprengt jedoch den Rahmen des Artikels.

Um die Frage, warum man diese Materialien nicht auch im Maschinenbau einsetzt, kamen wir jedoch nicht herum. Denn in dieser Branche entstehen durch die Verkleidung der Systeme oft große Flächen, die eingehaust werden müssen. Klassische Umhausungen von Werkzeugmaschinen, wie einer Dreh- oder Fräsmaschine sind heute aus Blech gefertigt, denn der starke Späneflug, Kühlwasser- und Ölspritzer und vor allem der Schutz vor kollabierenden Werkzeugen oder Werkstücken verlangen nach einem robusten Schutz, der höchsten mechanischen Belastungen standhält. Nicht jedes Blech, das ist klar, kann ersetzt werden. Aber nach Einsparpotenzialen sollte man dennoch suchen, um etwa über den Materialmix Blech und Textil zum gewichtsoptimierten System zu kommen.

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Technische Textilien bieten für viele Branchen Vorteile

Es winken jedoch noch viele andere sinnvolle Anwendungen: Betrachten wir beispielsweise große Portalfräsen, Laserbearbeitungszentren, Tablettenpressen, Flüssignahrungs-Verpackungsmaschinen oder Verpackungs- und Druckmaschinen: Wenn man bedenkt, wie viel Blech die Verkleidung einer 25 m langen und 4 m hohen Tiefdruckmaschine benötigt, fragt man sich als Designer auch aus wirtschaftlicher Sicht schnell, ob man sich nicht Gedanken über alternative Materialien machen müsste. Eine solche Anlage kann etwa mithilfe intelligent gestalteter und konstruierter textilbespannter Rahmen bei der Montage und Inbetriebnahme vor Ort einfacher aufgebaut werden. Punkt-, linienförmige oder flächige Stützen für die textilen Fläche erlauben dabei die einsatzgerechte Struktur. Will man das in Blech versuchen, werden die Grenzen der Wirtschaftlichkeit schnell sprengt.

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