Zerspanung Wie die Exotenzerspaner Maschinen an ihre Grenzen bringen

Autor / Redakteur: Victoria Sonnenberg / Mag. Victoria Sonnenberg

Neugierig, talentiert und immer auf der Suche nach neuen Horizonten: Im Technologie Anwender Zentrum TAZ Spiegelau, einer wissenschaftlichen Keimzelle im Bayerischen Wald, ärgert ein buntes Mitarbeiterportfolio Maschinen im Namen der Forschung.

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Auf der Super-Mini-Mill, die für die Bearbeitung von Kunststoff und Aluminium ausgelegt ist, fräst das TAZ Spiegelau fast durchgängig hochharte Werkzeugstähle.
Auf der Super-Mini-Mill, die für die Bearbeitung von Kunststoff und Aluminium ausgelegt ist, fräst das TAZ Spiegelau fast durchgängig hochharte Werkzeugstähle.
(Bild: Sonnenberg)

„Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am Hauptbahnhof in München, starten Sie ihren Flug …“, so in etwa begann die legendäre Transrapid-Rede des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, die ihm unfreiwillig zu medialer Unsterblichkeit verhalf. Dem Transrapid wohlgemerkt nicht. Dennoch scheiterte das Projekt nicht an Stoibers Rhetorik, sondern an der Alltagstauglichkeit der Magnetschwebebahn, sodass das Projekt nach acht Jahren in der Schublade für gescheiterte Innovationen verschwand.

Aus dieser gescheiterten Innovation erblühte jedoch etwas Sinnvolles, eine Innovation, die einer breiten Masse zugutekommen sollte. Denn für die bereits angehäuften staatlichen Subventionen wurden nun würdige Abnehmer gesucht. „Dann hieß es für bayerische Hochschulen und Institute: Das Geld ist da, bewerbt euch mit einem Konzept“, erinnert sich Alois Kasberger, Mitarbeiter der ersten Stunde aus der Arbeitsgruppe Formgebung und Formenbau am Technologie Anwender Zentrum TAZ in Spiegelau.

Technologie-Campus sollen regional technische Keimzellen bilden

So reifte an der Technischen Hochschule Deggendorf damals die Vision der Technologie-Zentren im Bayerischen Wald. Das hieß raus aus dem Hochschulgelände und direkt in das Umfeld der ansässigen Industrien. Der Bayerische Wald, trotz Tourismus eine strukturschwache Region, musste aktiv werden, dass nicht noch mehr hoch qualifizierte Arbeiter abwandern und die Region gänzlich ausstirbt. So sind die Campus entstanden, mittlerweile bereits sieben an der Zahl in Bayern, die jeweils einen regionalen Kontext und Schwerpunkt haben.

In Cham ist beispielsweise viel Mechatronikindustrie ansässig, deshalb liegen die Schwerpunkte des dort ansässigen Technologie-Campus auf Mechatronik und Robotik. Der Standort Spiegelau wiederum war mal eine traditionelle Glasmacherregion, daher liegt der Fokus des dort ansässigen TAZ auf heißer Glastechnologie.

„Man versucht mit diesen Campus regionale Anlaufstellen zu bilden, um Anreiz- und Synergieeffekte mit der heimischen Wirtschaft zu schaffen“, fügt Kasberger hinzu. So hat die regionale Industrie Kooperationsmöglichkeiten. Zudem gehen die Campus an den meisten Standorten mit Gründerzentren einher, wo man jungen Start-ups Flächen zur Verfügung stellen kann.

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