IKV-Fachtagung

Wie wird die FVK-Serienfertigung wirtschaftlich?

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Der ESI Engineering System International GmbH, Eschborn, ergänzte die theoretische Betrachtung der Bauteile mit der Vorstellung ihrer Simulationssoftware. Sie ermöglicht, die gesamte Prozesskette bei der Herstellung von Bauteilen aus Faserverbundkunststoffen zu simulieren: von der Drapierung des textilen Halbzeugs bis zur Harzinjektion.

Automatisierung der Qualitätssicherung beim Preforming

Im Anschluss daran lag der Fokus auf der Automatisierung der Preformfertigung für den RTM-Prozess. Dazu stellte die Brötje-Automation GmbH, Wiefelstede bei Oldenburg, jüngste Anlagenentwicklungen vor. Darauf aufbauend präsentierte der Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement des WZL eine Messtechnik, die es ermöglicht, die Qualitätssicherung des Preformingprozesses zu automatisieren.

Nach der Betrachtung des Preformingprozesses wurden innovative Prozesstechniken vorgestellt. So präsentierte der Maschinenhersteller Dieffenbacher, Eppingen, das Hochdruck-RTM-Verfahren (HP-RTM). Der Schweizer Bauteilhersteller Airex Composite Structures Altenrhein, gab einen Einblick in die Produkt- und Prozessentwicklung im automobilen Serienprozess. Anhand konkreter Bauteile bot er einen Einblick in die Herausforderungen einer solchen Serienfertigung und in wirtschaftliche Lösungsansätze.

CFK-Motorhaube in Integralbauweise

Den Abschluss dieses Themenschwerpunkts bildete ein Vortrag des IKV und des Instituts für Kraftfahrzeuge (IKA) der RWTH Aachen, in dem die Auslegung, Prozessentwicklung und Fertigung einer funktionsintegrierten CFK-Motorhaube vorgestellt wurde. Die Motorhaube wird in Integralbauweise realisiert. Das ermöglicht nicht nur die Fertigung einer gekrümmten Bauteilkontur mit Versteifungsstrukturen, sondern auch die Integration von Montagelementen in einem Prozessschritt. Des Weiteren wurde das Gewicht der Motorhaube um 60 % auf unter 5 kg reduziert. Ausschlaggebend dafür war eine faserverbundgerechte Bauteilkonstruktion.

Bei der Besichtigung des FVK-Technikums des IKV am Ende des ersten Tages konnte die Motorhaube zusammen mit vielen weiteren Beispielbauteilen begutachtet werden. Zudem wurde eine Vielzahl an Prozessen im laufenden Betrieb gezeigt, was die Grundlage für interessante Diskussionen und weiteren Erfahrungsaustausch bot.

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