Lithium-Ionen-Batterien

Wo viel Energie komprimiert wird, steigt auch das Gefahrenrisiko

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Eine aktuelle Versuchsreihe der Dekra hingegen konnte klären, dass Elektro- und Hybridautos mit Lithium-Ionen-Antriebsbatterien im Brandfall mindestens genauso sicher sind wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Sitzen die Fahrer sprichwörtlich auf dem heißen Stuhl? Zu dieser Debatte will die Dekra nun einen konstruktiven Beitrag leisten. In der Versuchsreihe wurden drei Antriebsbatterien eines aktuellen Elektrofahrzeugs in Brand gesetzt und mit unterschiedlichen Löschmitteln gelöscht.

Versuche untersuchen Gefahren von Lithium-Ionen-Batterien in Elektroautos

Entzündet wurden die Batterien mit Benzin. Nach mehreren Minuten in den Flammen bei Temperaturen über 800 °C begannen die Batterien eigenständig zu brennen. Dabei war die Flammen- und Rauchbildung deutlich geringer als bei brennendem Benzin. Der Überdruck, der im Inneren durch den Brand entstand, wurde durch die eingebauten Überdruckventile nach außen abgeleitet. Dabei entstanden kleinere Stichflammen, die aber an die Intensität eines Benzinbrandes nicht heranreichten.

Bei den folgenden Löschversuchen zeigte Wasser ein unbefriedigendes Ergebnis: Das Feuer war zwar aus, flammte aber wieder auf. In den Folgeversuchen wurden dem Löschmittel Zusätze beigemischt, um die Lösch- und Kühlwirkung zu erhöhen. Mit Erfolg: „Es war viel weniger Wasser und auch deutlich weniger Zeit nötig, um den Brand zu löschen“, berichtet Markus Egelhaaf aus der Dekra-Unfallforschung.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: „Die Gefahr, dass sich der Brand schnell ausbreitet, ist bei den Batterien geringer. Denn anders als bei Fahrzeugen mit konventionellen Kraftstoffen können dabei keine brennenden Flüssigkeiten wegfließen“, so Egelhaaf weiter.

Fakt ist, eine Universallösung gibt es nicht und wird es Expertenmeinungen nach in nächster Zukunft auch nicht geben. Damit man aber auf die Vorteile der Li-Ionen-Batterie nicht verzichten muss, kommen spezielle Batteriemanagementsysteme zum Einsatz, so auch bei der neuen Li-Ionen-Lösung des Gabelstaplerherstellers Toyota Industries.

Redundantes Sicherheitssystem verhindert thermisches Durchgehen

„Unser speziell entwickeltes Sicherheitssystem sorgt dafür, dass die Batterie heruntergefahren wird, sobald die Temperatur zu hoch wird“, erklärt Julia Isert, Marketingleiterin bei Toyota Material Handling Deutschland. Die Vorteile im Vergleich zu konventionellen Blei-Säure-Akkus haben den Hersteller überzeugt, seine neuen Lagertechnikgeräte auf Lithium-Ionen-Basis auszustatten. Die Geräte sind zudem mit mechanischen Sicherungen versehen, die die Batterie – falls nötig – ebenfalls deaktivieren.

Letztendlich lassen sich die Gefahren einer Lithium-Ionen-Batterie nicht beseitigen, wohl aber kontrollieren – und das immer besser.

(ID:39731480)