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Xjet eröffnet Zentrum für Additive Fertigung in Israel

| Autor: Simone Käfer

Mit seinem Nanoparticel-Jetting hat Xjet bereits erste Unternehmen in Europa überzeugt. Nun haben die Israelis ein Zentrum für Additive Fertigung eröffnet.

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Hanan Gothait (re.), CEO von Xjet, durchschneidet zusammen mit Stephan Oehler, VP bei Straumann, das Band zur Eröffnung des Fertigungszentrums von Xjet in Israel.
Hanan Gothait (re.), CEO von Xjet, durchschneidet zusammen mit Stephan Oehler, VP bei Straumann, das Band zur Eröffnung des Fertigungszentrums von Xjet in Israel.
(Bild: Xjet)

Der israelische Maschinenbauer Xjet hat ein Zentrum für additive Fertigung in Rehovot bei Tel Aviv eröffnet. Für das 743 m² große Projekt hat das 2005 gegründete Unternehmen 10 Mio. US-Dollar investiert. In zwei Räumen befinden sich acht Maschinen und 1 km Datenkabel, außerdem werden 15 Personen darin arbeiten, berichtet Ophira Melamed bei der Eröffnung. Sie ist die Leiterin des Zentrums, in dem die Maschinen des Typs Carmel AM für die Additive Fertigung mit Metall und Keramik stehen. Während die fünf Maschinen im ersten Raum an Materialtests arbeiten, sind die drei Maschinen im zweiten Raum für Kunden gedacht, die Projekten nachgehen und sich von den Systemen überzeugen möchten. „Deswegen“, erklärt Dror Danai, Chief Business Officer von Xjet, während der Führung durch das Zentrum, „sind die Maschinen im ersten Raum mit Milchglasfenstern versehen, in die Maschinen im zweiten Raum allerdings, kann man einen Blick auf den Bauprozess werfen.“

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Das Verfahren von Xjet heißt Nanoparticle-Jetting (NPJ) und wurde von dem Unternehmen selbst entwickelt. Es handelt sich um ein Tintenstrahlverfahren, bei dem 5 bis 6 µm kleine Partikel mit einer Art Bindemittel vermischt auf eine 290 °C heiße Bauplattform aufgetragen werden. Zu den Vorteilen gehört, dass selbst bei Metalldruck kein Argon benötigt wird, „da nicht mit Pulver gedruckt wird“, erläutert Haim Levi, VP Manufacturing and Defense markets bei Xjet, im Interview mit MM Maschinenmarkt. „Das vereinfacht das Postprocessing zusätzlich, schließlich sind keine Filter nötig. Außerdem wird die Supportstruktur in einer Flüssigkeit einfach ausgewaschen.“ Zu den Besonderheiten der Carmel-AM-Drucker und dem NPJ-Verfahren zählt auch, dass sämtliche Materialien auf jeder Maschine verarbeitet werden können. Derzeit sind zwar nur die beiden Druckmaterialien Edelstahl 316L/1.4404 und Zirkoniumoxid erhältlich, doch „unsere Vision ist eine Plattform, die mit einer Vielzahl von Metallen und Keramiken auf demselben Teil druckt“, blickt Xjet CEO Hanan Gothait in die Zukunft. Für die Formnext 2018 legt das Unternehmen den Fokus auf Metall.

Zu den Hauptbranchen der Israelis gehören Luftfahrt und Medizintechnik. So sprach auch Perry Davidson, CEO von Syqe Medical, auf der Eröffnungsveranstaltung. Der Medizintechnikhersteller hat mit mehreren additiven Verfahren einen Cannabis-Inhalator entwickelt, der in Israel bereits im Einsatz ist. Durch das NPJ konnten sie die feinen inneren Strukturen drucken, die für die richtige Dosierung des medizinischen Cannabis notwendig ist. Die erste verkaufte Carmel AM ging vergangenes Jahr an Oerlikon, an dessen deutschen Standort Barleben bei Magdeburg, die zweite Maschine wird noch dieses Jahr geliefert.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, MM MaschinenMarkt