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Deutsch-Niederländischer Wirtschaftspreis

Ziehl-Abegg übertrumpft Sylvie van der Vaart in Dessous

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg hat den Deutsch-Niederländischen Wirtschaftspreis 2012 gewonnen. Das Familienunternehmen aus Künzelsau hat sich laut eigener Mitteilung gegen mehr als 30 internationale Bewerber durchgesetzt, darunter den Dessoushersteller Hunkemöller.

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Wirtschaftspreisverleihung in den Niederlanden an Ziehl-Abegg: Johanna Maukner (links) und Axel Gerberding (rechts) von der Handelskammer in Den Haag gratulieren mit dem deutschen Botschafter Heinz-Peter Behr (Zweiter von links) den Partnern Arend Heinen (Mitte) und Ralf Arnold.
Wirtschaftspreisverleihung in den Niederlanden an Ziehl-Abegg: Johanna Maukner (links) und Axel Gerberding (rechts) von der Handelskammer in Den Haag gratulieren mit dem deutschen Botschafter Heinz-Peter Behr (Zweiter von links) den Partnern Arend Heinen (Mitte) und Ralf Arnold.
(Bild: Ziehl-Abegg)

Ziehl-Abegg hatte sich in einer Online-Abstimmung auf der Website der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) deutlich gegen seine Mitbewerber, darunter renomierte Unternehmen wie Hunkemöller, Rituals, GDO und die Blumenversteigerung Rhein-Maas, abgesetzt. Nominiert wurde Ziehl-Abegg wegen der engen Zusammenarbeit mit E-Traction. Arjan Heinen, Firmengründer der niederländischen Ideenschmiede, hatte ein Gesamtantriebssystem erdacht, für das Ziehl-Abegg den Motor entwickelte.

Integrierter Radnabenmotor erweist sich als sexy

Das so genannte ZA-Wheel integriert einen Motor in die Radnabe eines Autorades. Damit werden Energiefresser wie Getriebe und Differential umgangen, der Energieverbrauch etwa eines Linienbusses kann auf diese Weise auf die Hälfte reduziert werden. Ein zusätzlicher Vorteil der Neuentwicklung: Die Bremsenergie wird sofort in neuen Strom umgewandelt, den das System in Akkus speichern kann.

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Im September feierte das ZA-Wheel auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover seine Premiere. In den Vorjahren hatte es sich im Feldversuch in den Niederländen, in Schweden und in Korea im Linienbetrieb bewährt.

Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg, berichtete, dass es eine spannende Herausforderung war, schon Ende der 90-er Jahre einen Elektroantrieb für Nutzfahrzeuge in Angriff zu nehmen. Damals hatte Ziehl-Abegg mit der Motorenentwicklung für das Antriebssystem von E-Traction begonnen.

Ziehl-Abegg nutze stets quer durch alle Unternehmensbereiche Synergieeffekte und greife bei Bedarf auf Experten in anderen Unternehmen oder an Hochschulen zurück. „Wir wollen die besten Produkte entwickeln und herstellen“, sagt Fenkl. Da dürfe es keine Grenzen geben: weder national noch technologisch.

Ziehl-Abegg beweist gelungene Kooperation mit den Niederlanden

„Wir freuen uns, dass sich ein deutscher Hidden Champion mit einem Projekt durchgesetzt hat, das mustergültig die Vorteile grenzüberschreitender Kooperation beweist“, meinte Axel Gerberding, Geschäftsführer der DNHK, während der Preisverleihung im niederländischen Vianen: „Gemeinsam mit niederländischen Kreativen ist es gelungen, eine bahnbrechende Erfindung zu realisieren und marktreif zu machen.“ Der deutsche Botschafter in den Niederlanden, Heinz-Peter Behr, gratulierte: „Sie haben sich diese Auszeichnung durch besonderes unternehmerisches Engagement erarbeitet.“

„Angesichts des starken Teilnehmerfeldes hatten wir nicht erwartet, den Preis zu gewinnen“, sagte Ralf Arnold, Geschäftsführer von Ziehl-Abegg Automotive: „Es ist eine schöne Bestätigung unserer Zusammenarbeit mit E-Traction, die bis 1998 zurückgeht. Inzwischen ist daraus eine richtige Freundschaft entstanden.“

Ziehl-Abegg ist seit 2006 mit einer eigenen Verkaufsniederlassung in den Niederlanden vertreten. Das Unternehmen feierte vor zwei Jahren sein 100-jähriges Bestehen. Firmengründer Emil Ziehl ist Erfinder des Außenläufermotors – diese Erfindung bildet die technische Grundlage des Radnabenmotors für Nutzfahrzeuge.

Insgesamt wurden für Ziehl-Abegg mehr als 3000 Stimmen im Online-Wahlverfahren abgegeben. Damit setzte sich zum zweiten Mal in Folge ein Unternehmen aus Süddeutschland durch. Im vergangenen Jahr hatte der bayerische Reisemobil-Hersteller Knaus Tabbert den Preis gewonnen.

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