Anders denken! Kluft zwischen 3D-Druck und Serienfertigung ist überbrückbar

Quelle: Manueller Spritzguss 4 min Lesedauer

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Die einen kapieren alles über den 3D-Druck, haben aber kaum Ahnung vom Werkzeugbau – und auch umgekehrt, so die Experten von Manueller Spritzguss. Doch die Lücke kann jetzt geschlossen werden ...

Wer sich Aufwand und Kosten bei der Entwicklung von Kunststoffteilen sparen will, sollte sich hier zu Gemüte führen, welche Vorteile sich ergeben, wenn man Prototypenformen additiv fertigt (Bild mit Teil) und die ersten Bauteile per manuellem Spritzguss aus Serienmaterial herstellt ...(Bild:  HoliMaker)
Wer sich Aufwand und Kosten bei der Entwicklung von Kunststoffteilen sparen will, sollte sich hier zu Gemüte führen, welche Vorteile sich ergeben, wenn man Prototypenformen additiv fertigt (Bild mit Teil) und die ersten Bauteile per manuellem Spritzguss aus Serienmaterial herstellt ...
(Bild: HoliMaker)

Es ist immer das Gleiche: Die 3D-Druck-Nerds verstehen nichts vom Werkzeugbau, die Spritzgießer verstehen nichts vom 3D-Druck! Mit dieser zugespitzten Beobachtung beschreibt Udo Eckloff, exklusiver Systempartner von „HoliMaker“ in Deutschland und Österreich, ein strukturelles Problem, das in vielen Entwicklungsabteilungen anzutreffen ist. Der konkrete Anlass für diesen Beitrag war eine auf einer Messe spontan erstellte Spritzgussform aus einem SLA-Drucker (Stereolithographie-Druck) – bei der der Entlüftungsschlitz denselben Durchmesser wie der Angusskanal hatte. Das, so Eckloff, ist ein Detailfehler mit großer negativer Wirkung in der Praxis. Diese Konstruktion offenbare ein grundlegendes Wissensdefizit. Gemeint ist der Mangel an Verständnis darüber, wie die additive Fertigung und der klassische Werkzeugbau – richtig kombiniert – enormes Verbesserungspotenzial entfalten könnten.

Die Lücke zwischen 3D-Druck- und Spritzgussverständnis

In vielen Unternehmen existieren laut Eckloff zwei klar getrennte Fertigungswelten. Da gibt es den 3D-Druck, der dann ins Spiel kommt, wenn Geometriemuster schnell gebraucht werden. Und es gibt den klassischen Spritzguss, der für die Serienfertigung bestimmt ist. Vielen ist aber die Lücke nicht bewusst, die zwischen den beiden Prozessen klafft, sagt Eckloff. Dabei handle es sich aber nicht nur um eine technische Lücke, sondern auch um eine organisatorische. Denn während der 3D-Druck schnelle Iterationen ermöglicht, fehlt ihm meist die

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Aussagekraft in Bezug auf Serienmaterialien. Umgekehrt ist der Spritzguss zwar prozesssicher, aber in frühen Entwicklungsphasen oft zu aufwendig, zu langsam und zu teuer, wie Eckloff erklärt. Das hat zur Folge, dass Entwicklungsprozesse unnötig in die Länge gezogen werden. Der manuelle Spritzguss schaffe aber Abhilfe.

Manueller Spritzguss sorgt für rasche Klarheit

Der manuelle Spritzguss, so Eckloff weiter, ist der Verbesserungshebel, der genau an diesem Problempunkt ansetzbar ist. Und zwar mit Systemen, wie den sogenannten „HoliPress“. Dabei handelt es sich um kompakte, manuell betriebene Kolben-Spritzgießmaschinen, die Schussvolumina zwischen 16 und 38 Kubikzentimeter bieten. Die bisherige maximale Arbeitstemperatur war 320 °C, was aber ab Sommer diesen Jahres auf 500 °C erweitert wird. Damit sind quasi alle gängigen Thermoplaste verarbeitbar. Natürlich geht es dabei nicht um Stückzahlen, sondern vor allem um schnell erreichbare Erkenntnisse im Rahmen der Bauteilentwicklung. Das sind etwa die Aspekte Funktionsprototypen, Tests mit Serienmaterialien und Kleinserien von 5 bis 50 Teilen, nebst Iterationsschleifen.

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