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Hallenklimatisierung

Absaug- und Filteranlage erlaubt auch Wärmerückgewinnung

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Wie lässt sich die verschmutzte Luft aus der Halle schaffen, ohne die Wärme herauszublasen und die Energiekosten weiter in die Höhe zu treiben? Diese Frage stellt sich für Schweißbetriebe, gerade während der laufenden Heizsaison. Ein Anbieter von Raumlufttechnik zeigt, wie sich Abhilfe schaffen lässt.

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Die Absaug- und Filteranlage Blowtec sorgt bei SEW für ein gut reguliertes Raumklima.
Die Absaug- und Filteranlage Blowtec sorgt bei SEW für ein gut reguliertes Raumklima.
(Bild: Teka)

Welche Möglichkeiten es gibt, lässt sich beispielsweise bei der niederländischen Firma SEW Oil & Gas BV in Augenschein nehmen. Ergänzend zu persönlicher Schutzausrüstung und punktueller Absaugung am Arbeitsplatz kommt auch eine zentrale Absaug- und Filteranlage vom Typ Blowtec zum Einsatz. Diese schafft nach Angaben des Herstellers Teka Absaug- und Entsorgungstechnologie GmbH in Velen nicht nur ein reines Raumklima, sondern hilft, die bereits vorhandene Wärme effizient zu nutzen und so die Energiekosten im Betrieb zu senken.

Wärme aus dem Schweißrauch lässt sich zurückgewinnen

Die Tochterfirma der Stainless Equipment Works Group produziert Rohrleitungssysteme für die Öl- und Gasindustrie. Für den 20 m breiten und 25 m langen Arbeitsbereich, in dem Schweißer und Schlosser große Teile aus Carbonstahl bearbeiten, benötigte das Unternehmen ein neues Schweißrauch-Absaugsystem, wie es heißt. Im vorliegenden Fall stünden sich zwei Filteranlagen vom Typ Blowtec an den langen Seiten der Halle diagonal gegenüber. Sie seien Platz sparend auf Podesten angebracht.

Die Absaug- und Filteranlagen, die bei einer Gesamtmotorleistung von 22 kW und einem Gesamtvolumenstrom von 20.000 m³/h einen sechsfachen Luftwechsel im Raum erzeugten, saugten die schadstoffhaltige, bereits erwärmte Luft über Rohrleitungen auf, filterten sie und bliesen die gereinigte Luft in die Halle zurück. Der hohe Stand der Filtertechnik mache es möglich: Das System ist laut Teka mit Patronen der Kategorie M ausgestattet, die Partikel gemäß DIN EN 60335-2-69 zu mehr als 99,9 % abscheiden. So werde die Luftqualität verbessert und die Wärme genutzt. In der Regel könne auf Geräte, die Frischluft in den Raum tragen und erhitzen, verzichtet werden. Dies spare Energie.

Schweißrauch-Absauganlage spart rund 13.600 Euro pro Jahr

Im Fall von SEW kann der Einsatz der Filteranlagen mit einem Volumenstrom von 20.000 m³/h laut Unternehmensberechnungen eine Einsparung von rund 154.000 kWh/a erbringen, was bei einem zurzeit in den Niederlanden geltenden Strompreis von 8 Cent/kWh rund 13.600 Euro entspricht, wie Teka berichtet. Dabei sei eine Laufzeit von 2080 Betriebsstunden pro Jahr und eine mittlere Temperaturdifferenz von 10 °C im Jahr zugrunde gelegt worden. Gleichzeitig sinke die Umweltbelastung um bis zu 38 t CO2 pro Jahr.

Raumlufttechnische Systeme mit verstellbaren Weitwurfdüsen wie im vorliegenden Fall gingen noch einen Schritt weiter. Durch Luftzirkulation werde die Warmluftschicht vom oberen Hallenbereich in den Arbeitsraum getragen und breite sich gleichmäßig aus, wodurch sich die Heizkosten weiter senken ließen. Peter van der Voorn, Betriebsleiter von SEW Oil & Gas, zieht laut Mitteilung eine positive Bilanz: „Die Lösung hat für bessere Luft und ein hervorragend reguliertes Raumklima in der Halle gesorgt. Die Raumtemperatur hat sich spürbar erhöht.“ Das bedeute: Arbeitsschutz komme nicht nur Mitarbeitern und der Umwelt zugute, sondern wirke sich auch positiv auf die Energiebilanz im Unternehmen aus.

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