Persönliche Schutzausrüstung Auffangsysteme verhindern Abstürze

Autor / Redakteur: Ludwig Beckers und Michael Podschadel-Hoff / Mag. Victoria Sonnenberg

Auf dem Versorgungssteg oder der Hebebühne, entlang der Kranbahn oder auf dem Hallendach – ohne Absturzsicherungen geht in der Industrie heute wenig. Lösungen gibt es viele, doch welche ist die effizienteste? Wie Kosten gespart und zugleich die Mitarbeiter gesichert werden, wird in diesem Bericht erläutert.

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Bild 1: Mit einem Klick sicher anschlagen. Die Anschlagpunkte des ABS-Lock-T-Systems werden in wenigen Minuten mit zwei Klemmen am Stahlträger verschraubt – und können ebenso leicht auch wieder abmontiert werden.
Bild 1: Mit einem Klick sicher anschlagen. Die Anschlagpunkte des ABS-Lock-T-Systems werden in wenigen Minuten mit zwei Klemmen am Stahlträger verschraubt – und können ebenso leicht auch wieder abmontiert werden.
(Bild: ABS Safety)

Versorgungsstege in Hallen und an Maschinen sind meist relativ schmal und verfügen über kein Geländer. Das ist kein Mangel, sondern eine Notwendigkeit, denn bei den zahlreichen Arbeitsschritten, die von einem Versorgungssteg aus getätigt werden, wäre ein Geländer oft nur im Weg.

Offensichtlich ist das bei der Wartung von Kranbahnen; aber auch bei der Begehung von Maschinen müssen Wartungstechniker häufig auf ein Geländer verzichten. Dennoch gilt laut DIN 4426, dass Arbeitsplätze und Verkehrswege ab 3 m Fallhöhe zur nächsten tragfähigen Fläche gesichert werden müssen.

Laut BGV sind Sicherungsmaßnahmen schon ab 1 m Höhe Pflicht

Laut berufsgenossenschaftlicher Vorschrift (BGV) sind Sicherungsmaßnahmen zur Prävention von Absturzunfällen sogar schon ab Fallhöhen von 1 m Pflicht. Die entsprechenden Lösungen sind zahlreich, wie auch ABS Safety weiß. In der Industrie erweisen sich häufig Seilsicherungssysteme als sehr praktikabel. Da sind die Arbeitswege meistens länger, ein überfahrbares Seilsystem erleichtert dort die Routine und ist zudem günstiger als die Installation unzähliger Einzelanschlagpunkte.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Über Zwischenstützen wird ein Edelstahlseil in nahezu beliebiger Länge entlang der zu sichernden Strecke gespannt. An einem Seilgleiter, der reibungslos über das Seil fährt, befestigt der Mitarbeiter dann sein Verbindungsmittel, also das Seil, das wiederum fest mit dem Auffanggurt am Körper verbunden ist. Das Verbindungsmittel wird in der Regel auf eine Länge gekürzt, die es nicht ermöglicht, über die Absturzkante zu treten.

In der Praxis hat die Spannung auf Rückhalt absolute Priorität, jedoch ist dies in manchen Situationen unmöglich, etwa wenn Wartungstechniker direkt über die Träger der Kranbahn gehen müssen, weil kein Versorgungssteg vorhanden ist. Für diese Fälle fungiert die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) des Mitarbeiters als Auffangsystem, das den Sturz selbst mildert und einen tödlichen Aufprall aus großer Höhe verhindert.

Die Auswahl des Befestigungssystems hängt vom Montageuntergrund ab

Wichtig ist, dass ein Seilsicherungssystem gut geplant ist, damit die gesicherte Person möglichst ungehindert an alle relevanten Arbeitsbereiche gelangt. Das Edelstahlseil muss dabei manchmal auch um Hindernisse geführt werden, wie Praxisbeispiele gezeigt haben. Mit verschiedenen Kurvenelementen ist das in der Regel auch kein größeres Problem. Entscheidend dabei ist, die Tragfähigkeit der Montageuntergründe zu beachten und das passende Befestigungssystem auszuwählen.

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