Qualitätsprüfung Automatisierte Prüfung reduziert Ausschuss um 35 %
Bisher konnte die Qualität der Oberflächengüte von Brillengläsern erst am Ende der Produktion überprüft werden. Ein neues Verfahren ermöglicht es nun, die Rauheit des Glases im frühen Prozessstadium zu überprüfen. Der Ausschuss kann so unter Umständen um 35 % verringert werden.
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In vielen Branchen ist die Qualitätsprüfung traditionell am Ende der Herstellungskette angesiedelt. Fehler werden dadurch erst bei weit fortgeschrittenem Produktionszustand des zu fertigenden Werkstücks oder sogar erst am fertigen Produkt selbst erkannt. Durch Fertigungsabläufe, bei denen Mängel aus dem vorherigen Schritt in der darauffolgenden Bearbeitung nicht mehr kompensiert werden können, wird die Effizienz einer Wertschöpfungskette gemindert. Solche durchlaufende Bearbeitungsfehler führen zu Ausschuss, verursachen unnötige Mehrkosten und verlängern die Lieferzeit. Die Mehrkosten setzen sich, je nach Art des vorliegenden Fertigungsprozesses, aus erhöhten Energiekosten, zusätzlichen Materialkosten sowie unnötiger Maschinenbelegungszeit und unnötigem Maschinenverschleiß zusammen.
Automatisierte Qualitätserkennung
Eine automatisierte Qualitätserkennung zwischen qualitätskritischen Bearbeitungsschritten kann diese Mehrkosten minimieren, indem mangelhafte Erzeugnisse frühzeitig aussortiert und gegebenenfalls nachbearbeitet werden (Bild 1). Besonders bei nachfolgenden Bearbeitungsprozessen mit einem hohen zeitlichen oder finanziellen Aufwand ist eine Kontrolle der Qualität eingehender Halbteile von großem Vorteil und ermöglicht es, die Erfolgswahrscheinlichkeit des bevorstehenden Bearbeitungsabschnitts vorherzusagen.
Auch bei der Herstellung von Brillengläsern ist dies der Fall. Dort haben die Kunststoffgläser den Mineralgläsern schon längst den Rang abgelaufen. Kunststoffgläser haben derzeit einen Marktanteil von ungefähr 85 %. Sie sind kostengünstiger zu fertigen und besitzen beinahe ebenbürtige optische Eigenschaften im Vergleich zu mineralischen Gläsern. Darüber hinaus haben Brillengläser aus organischem Glas ein geringeres Gewicht und sind bruchfester, was wiederum einen positiven Aspekt für den Kunden darstellt.
Überprüfung erfolgt erst nach bereits hoher Wertschöpfung
Bei der Herstellung von Kunststoffbrillengläsern ist eine Überprüfung der Werkstückqualität meist erst nach bereits hoher Wertschöpfung vorgesehen. Auf eine formgebende Drehbearbeitung der Kunststoffrohlinge folgt ein zeitlich aufwendiger Polierprozess, welcher die gewünschten optischen Eigenschaften der Oberfläche erzeugen soll. Diese Oberflächenqualität wird mit einer standardisierten Polierbearbeitung generiert, kann jedoch nur bei ausreichend hoher Eingangsqualität der Linsenoberfläche erreicht werden, die im vorangegangenen Drehprozess erzeugt wurde.
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