Erwartungen nicht erfüllt Bosch muss Verluste melden

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die Milliardenkosten für den Stellenabbau, die US-Zölle und eine hohe Steuerbelastung haben Bosch 2025 sogar tief in die roten Zahlen gedrückt, heißt es ...

Bosch erleidet nach 25 Jahren erstmals wieder Verluste. Woran das liegt und warum das Bosch-Management unter Vorbehalt mit Verbesserungen rechnet, verrät der nebenstehende Beitrag ...(Bild:  Bosch)
Bosch erleidet nach 25 Jahren erstmals wieder Verluste. Woran das liegt und warum das Bosch-Management unter Vorbehalt mit Verbesserungen rechnet, verrät der nebenstehende Beitrag ...
(Bild: Bosch)

Das Bosch-Ergebnis nach Steuern lag für 2025 bei minus 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht der Schwaben hervorgeht. Schon 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn im Vorjahresvergleich halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen. Damit liegt Bosch nun deutlich hinter den eigenen Erwartungen. Das Ergebnis sei aber vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren, kommentierte Bosch-Chef Stefan Hartung. Es zeige aber auch deutlich, dass man Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müsse. Das letzte Mal, als Bosch Verluste melden musste, war im Jahr 2009 im Rahmen der Finanzkrise. Ein wesentlicher Grund für den Einbruch bei Bosch sind die Kosten für den Stellenabbau. Denn diese hätten das Ergebnis schon allein mit 2,7 Milliarden Euro belastet, was vor allem an Rückstellungen lag. Das heißt, dass unter anderem die Kosten für Abfindungen nun in der Bilanz berücksichtigt sind, aber die tatsächlichen Auszahlungen erst schrittweise in den kommenden Jahren erfolgen. Außerdem wirkten sich auch Wechselkurseffekte, allgemein hohe Kosten und zusätzliche Zölle negativ auf das Bosch-Ergebnis aus.

In die roten Zahlen führte Bosch aber ein anderer Grund

Der Rutsch in die Verlustzone für Bosch kam dann aber letztlich durch einen ganz anderen Effekt. Denn vor Steuern lag der Gewinn bei gut 500 Millionen Euro. Dass vor dem Nachsteuergewinn ein Minus steht, hängt laut Bosch-Finanzchef Markus Forschner mit dem Ergebnismix zusammen. Es gibt demnach Bosch-Einheiten, die Gewinn machen und normal Steuern bezahlen. Es gibt aber eben auch Einheiten mit negativem Ergebnis. Diese bekommen folglich keine Steuern zurück, sondern deren Verluste werden in der Zukunft verrechnet. Damit ergebe sich eine Lage, die von Sonder- und Einmaleffekten jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst sei. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht (auf rund 91 Milliarden Euro) an.

Das Jahr 2025 sah für den Bosch-Konzern so aus:

Die schwierige Wirtschaftslage hat bei Bosch im vergangenen Jahr mit voller Wucht durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer litt nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten verstärkt zurück. Und nach eigenen Angaben ist man in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das zu ändern, spart das Management um Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will man in den kommenden Jahren bekanntlich bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und bei den Elektrowerkzeugen. Vieles sei bereits in die Wege geleitet.

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