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Intelligente Fertigung China und Deutschland erweitern Industrie-4.0-Kooperation

| Autor: Stéphane Itasse

Deutschland und China bauen ihre Zusammenarbeit bei Industrie 4.0 aus. Beim ersten deutsch-chinesischen Symposium zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse diskutierten circa 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt. Die chinesische Delegation mit rund 150 Vertretern wurde von Prof. Huai Jinpeng, Vizeminister im Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, geleitet.

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Auf dem Weg zu Industrie 4.0 sind noch viele Fragen zu lösen – hier wollen Deutschland und China ihre Kooperation verstärken.
Auf dem Weg zu Industrie 4.0 sind noch viele Fragen zu lösen – hier wollen Deutschland und China ihre Kooperation verstärken.
(Bild: Kuka )

Die Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Zentraler Bestandteil ist eine in Peking eingerichtete deutsch-chinesische Arbeitsgruppe. Unternehmen beider Seiten können so lösungsorientierte Vorschläge in die Kooperation einbringen, heißt es vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) weiter.

Deutschland und China wollen Industrie 4.0 gemeinsam standardisieren

Internationale Standards bei Industrie 4.0 sind laut BMWi der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrien beider Länder. Deshalb wollen sie sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Standardisierung von Industrie 4.0 einigen. Ein operativer Plan legt die Maßnahmen und angestrebten Ergebnisse bis zur Jahressitzung 2017 fest. Schwerpunktthemen sind die zentralen Bereiche Referenzarchitekturmodell (RAMI 4.0), Intelligente Fertigungsroboter, IT-Sicherheit, Kabellose Kommunikation, Anwendungsfälle (Use Cases) und Industriesoftware.

„Wir haben das erste bilaterale Kooperationsabkommen bei Industrie 4.0 im vergangenen Jahr ganz bewusst mit China geschlossen. China ist für uns ein wichtiger Partner und für unsere Industrie ein zentraler Absatzmarkt. Unser Ziel ist es, die Kooperation zwischen Unternehmen beider Länder zu unterstützen“, erläuterte Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Heute könne man 20 deutsch-chinesische Kooperationsprojekte im Bereich Industrie 4.0 vorzeigen. „Das ist ein guter Anfang. Wir müssen aber vor allem bestehende Barrieren für Unternehmen abbauen und den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit mit fairen Rahmenbedingungen für beide Seiten legen. Gerade bei Industrie 4.0 ist es bespielsweise notwendig, eine sichere und zuverlässige Kommunikation über Unternehemsgrenzen hinweg sicherzustellen“, sagte Machnig weiter.

Berlin will mit China zu Industrie 4.0 forschen

Mit dem Symposium baut auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Zusammenarbeit mit China beim Thema Industrie 4.0 aus. Dr. Georg Schütte, Staatsekretär im BMBF, sagte: „Deutschland und China treiben Industrie 4.0 zum Vorteil beider Länder voran. Wichtige Fragestellungen wie die sichere und verlässliche Kommunikation oder die Vertraulichkeit von Daten lassen sich im Rahmen gemeinsamer Forschungskooperationen besser lösen.“ Schütte hob in diesem Zusammenhang auch die China-Strategie des BMBF hervor, die gemeinsame Basis für die Entwicklung innovativer Lösungen für globale Herausforderungen wie Energieversorgung, Elektromobilität oder Gesundheitswirtschaft ist.

Die Veranstaltung bündelt laut Mitteilung die Ergebnisse aus den folgenden deutsch-chinesischen Kooperationen im Bereich Industrie 4.0:

  • „Absprache zur Förderung der Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Unternehmen im Bereich der intelligenten Fertigung sowie der Vernetzung der Produktionsprozesse“ zwischen dem BMWi und dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) vom Juli 2015,
  • „Gemeinsame Absichtserklärung über die Entwicklung und Verbreitung von innovativen Lösungen aus der bilateralen Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit in der intelligenten Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services“ zwischen dem BMBF und dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST) vom Januar 2016 sowie
  • die deutsch-chinesische Unterarbeitsgruppe zu Normung Industrie 4.0 im Rahmen der „Deutsch-Chinesischen Kommission zur Zusammenarbeit in der Normung“ zwischen dem BMWi und dem chinesischen Amt für Standardisierung (SAC).

Zu diesen Vereinbarungen sind jährliche gemeinsame Sitzungen vereinbart. Sie finden abwechselnd in China und Deutschland statt.

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