FVK-Lagebericht

Composites Germany informiert über den Stand der Dinge

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Die Erwartungshaltung kommt auf die Anwendung an

Der Composites-Markt ist bekanntlich sowohl material- als auch anwendungsseitig durch eine starke Heterogenität gekennzeichnet. In der Befragung wurden die Teilnehmenden deshalb gebeten, ihre Einschätzung hinsichtlich der Marktentwicklung unterschiedlicher Kernbereiche zu geben. Die Erwartungen zeigen sich äußerst verschieden. (Diagramm 5).

(Bild:  Composites Germany)
(Bild: Composites Germany)

Der wichtigste Anwendungsbereich für Composites ist die Mobilität und hier speziell der Automobilbereich. Dieser Bereich befindet sich derzeit in starken Umbrüchen bzw. steckt in Europa und Deutschland in einer massiven Krise. Dies zeigt sich auch in der Befragung deutlich. Wachstum wird vor allem in den Bereichen Luftfahrt, Bau- und Infrastruktur sowie Elektro- respektive Elektronikbranche erwartet. Nach vier Jahren mit rückläufigem Volumen erwarten die Experten vor allem für den Baubereich in Deutschland eine Erholung: „Die deutsche Bauwirtschaft steht vor einer Trendwende: Nach Jahren rückläufiger Bauleistung dürfte das Bauvolumen 2026 erstmals seit 2020 wieder wachsen. Laut der neuen Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) dürfte das Bauvolumen im laufenden Jahr um 1,7 Prozent und 2027 um 3,4 Prozent zunehmen.“[1]

Die Wachstumstreiber und der Composites-Index

In Sachen Wachstumsmotoren zeigt sich in der aktuellen Befragung erneut leichte Bewegung, heißt es bei diesem Aspekt. Hinsichtlich ihrer Einschätzung, aus welchen Bereichen zukünftig die maßgeblichen Wachstumsimpulse für die Composites-Industrie kommen werden, gewinnen CFK und GFK als Materialsysteme an Einfluss – und zwar zugunsten eines materialübergreifenden Effektes. Regional komme es zu nur leichten Verschiebungen. Die wesentlichen Wachstumsimpulse werden weiterhin aus Asien und der EU erwartet. Deutschland und Nordamerika als Wachstumstreiber bleiben auf niedrigem Niveau nahezu auf gleichem Niveau. Blicken wir nun auf den Stand des altbekannten Composite-Index: Nach einer negativen Tendenz im Rahmen der letzten Befragung, dreht der Composites-Index aktuell in allen Bereichen ins Positive. (Diagramm 6).

(Bild:  Composites Germany)
(Bild: Composites Germany)

Preiskämpfe mit Asien und den USA sind sinnlos

Es bleibt abzuwarten, ob es gelingen wird, eine generelle Trendumkehr zu erreichen. Chancen dafür werden dabei vielfach in der Umstellung der Produktion von preissensitiven Commodities hin zu Spezialitäten und innovativen Materialien und Produkten gesehen. Ein Preiswettbewerb scheint derzeit mit scharfem Blick auf die außereuropäischen Konkurrenz wohl eher nicht zu gewinnen zu sein. Dementsprechend müssen existierende Geschäftsmodelle teils radikal überdacht werden, wie Composites Germany rät. Politisch betrachtet, werden derzeit zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der deutschen und auch europäischen Wirtschaft unternommen. (Finanzierungs-)Ideen und -Vorhaben müssten dann aber auch in die Umsetzung kommen. Vor allem der Bau- und Infrastrukturbereich könnte maßgebliche Impulse durch das deutsche Wachstumspaket erhalten. Nur gemeinsam wird es möglich sein, den Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland zu erhalten und erneut zu stärken, wie die Experten appellieren. Für die Composites als Materialgruppe generell zeigen sich aufgrund des speziellen Eigenschaftsportfolios aber nach wie vor sehr gute Chancen, dass der Ausbau der Marktposition in neuen, aber auch bestehenden Märkten, gelingen kann. Alles stehe und falle nun aber auch mit attraktiven Innovationen, die auch von neuen Märkten angenommen würden.

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