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Branchendialog Maschinen- und Anlagenbau

Die Chancen der Digitalisierung nutzen

| Redakteur: Melanie Krauß

VDMA und IG Metall haben sich zum Dialog mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier getroffen. Das Ergebnis: Die ökonomischen Chancen, die sich aus Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz ergeben, sollen zukunftssichernd für den Maschinenbau genutzt werden.

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VDMA-Präsident Carl Martin Welcker fordert steuerliche Forschungsförderung, um Innovationen im industriellen Mittelstand zu stimulieren.
VDMA-Präsident Carl Martin Welcker fordert steuerliche Forschungsförderung, um Innovationen im industriellen Mittelstand zu stimulieren.
(Bild: Uwe Nölke)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich mit Spitzenvertretern aus Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden des Maschinen- und Anlagenbaus zu einem Branchendialog getroffen. Dabei wurden die wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland erörtert und Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung der Branche in den Blick besprochen.

„Gemeinsam arbeiten wir an den Rahmenbedingungen dafür, dass Deutschland seine wirtschaftliche und technologische Kompetenz sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit behält und ausbaut“, so Altmaier. „Hier sind die Maschinen- und Anlagenbauer gefordert, sich in dem schwierigen internationalen Umfeld zu behaupten und den technologischen Wandel voranzutreiben.“

Im Vordergrund standen die Themen Fachkräfte, Strategien für eine erfolgreiche Zukunft vor dem Hintergrund technischer Herausforderungen sowie fairer Handel und offene Märkte. Konkretes Ergebnis des Branchendialogs ist eine umfangreiche gemeinsame Erklärung, die von Bundesminister Altmaier, VDMA-Präsident Carl Martin Welcker und Wolfgang Lemb, geschäftsführendem Vorstandsmitglied der IG Metall, unterzeichnet wurde.

Nur wenige Tage zuvor hatte der VDMA die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgestellte „Nationale Industriestrategie 2030“ kritisiert. Sie unterschätze die Bedeutung des industriellen Mittelstands und lege den Fokus einseitig auf Konzerne. „Der Maschinen- und Anlagenbau prägt den Industriestandort Deutschland wie kaum eine andere Branche. Mit mehr als einer Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt er die beschäftigungsstärkste Industriebranche dar“, heißt es nun in der Einleitung der Erklärung.

Die Fachkräftenachfrage wird vom Wirtschaftsminister sowie von VDMA und IG Metall als zentrale Herausforderung adressiert, „wenn es um die Zukunftsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland geht“. Gemeinsam will man deshalb unter anderem ein positives Bild der dualen Ausbildung und deren vielfältige Karriere und Entwicklungsmöglichkeiten in der Gesellschaft fördern. Zudem wollen VDMA und IG Metall ihre Mitglieder bei der Etablierung einer Weiterbildungskultur unterstützen.

Schwerpunkt der Erklärung ist das gemeinsame Bekenntnis, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen: „Als Leitmarkt und damit auch als Leitanbieter für Industrie 4.0 ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau die entscheidende Schlüsselindustrie einer vernetzten Produktionswelt. Die Branche ist Treiber datenbasierter Technologien in allen Zweigen des verarbeitenden Gewerbes.“ Politik, Gewerkschaft und VDMA bekennen sich ferner zu einem „freien und fairen Welthandel auf der Grundlage klarer, internationaler Regeln“.

Die drei Partner sprechen sich zudem für einen industriepolitischen Rahmen für den Klimaschutz aus. Dabei müssten die Belastungen so organisiert werden, dass die Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa erhalten bleiben und Verlagerungen von Produktion und Investitionen in das klimapolitisch weniger ambitionierte Ausland vermieden werden.

VDMA-Präsident Welcker erinnerte in seinem Impulsvortrag die Politik an ihr Versprechen, durch eine steuerliche Forschungsförderung Innovationsanstrengungen im industriellen Mittelstand zu stimulieren. Ebenfalls forderte er die Wiedereinführung der degressiven Afa (Absetzung für Abnutzung). „Die Abschreibungszeiträume für digitale Investitionen sind nicht mehr zeitgemäß“, sagte er auf dem Treffen im Bundeswirtschaftsministerium.

Der Vorstandsvorsitzende von Heidelberger Druck, Rainer Hundsdörfer, sprach sich angesichts wachsenden Protektionismus für eine baldige Modernisierung der WTO aus. Bis dahin müssten bilaterale Abkommen dem Freihandel weltweit neuen Schwung geben.

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