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Spannmittel

Die Mikro-Nische wird auch für die Spanntechnikhersteller größer

| Autor: Bernhard Foitzik

Auf kleine Werkstücke folgen sehr kleine Werkstücke. Darauf müssen sich auch Hersteller von Spannsystemen einstellen. Im Prinzip gilt: Was man zerspanen kann, lässt sich auch spannen. Allerdings sind dafür häufig kundenspezifische Lösungen erforderlich, um die geforderten Spann- und Rundlaufgenauigkeiten zu erreichen.

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Dieses Futter mit acht Backen eignet sich für die Bearbeitung verformungsempfindlicher Werkstücke wie Ringe.
Dieses Futter mit acht Backen eignet sich für die Bearbeitung verformungsempfindlicher Werkstücke wie Ringe.
(Bild: Röhm)

Die Welt ist kleiner geworden. Was eigentlich auf die vermeintliche Nähe durch Kommunikationstechnik gemünzt ist, gilt auch für die Welt der Bearbeitung. Wo immer der Trend zur Miniaturisierung herkommt: Er ist da und die Produktionswelt muss sich darauf einstellen. Die Anwendungsmärkte sind nicht riesig, aber attraktiv.

Mehrere Branchen setzen immer stärker auf Mikrozerspanung

Urs Canonica, Marketing und PR bei der Erowa AG im schweizerischen Büron: „In der Medizin- und Mikrospanntechnik sehen wir ein recht großes Potenzial.” Naheliegend, dass ein Hersteller wie Erowa in diesen Bereich investiert – zumal von allen Herstellern die Uhrenindustrie an erster Stelle der Abnehmer von Mikrospannsystemen genannt wird.

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Heinold Kostner, Leiter Produkt- und Portfoliomanagement Spanntechnik bei der Schunk GmbH & Co. KG, Lauffen, nennt neben der Uhren- und Schmuckindustrie und der Medizin- und Dentaltechnik auch den Formenbau und die optische Industrie als Zielgruppen. In allen einschlägigen Branchen seien Anwendungen mit Mikrozerspanung enorm gestiegen. Konsequenz von Schunk: „Mit einem Spezialprogramm für die Mikrozerspanung reagieren wir auf die gestiegene Nachfrage“, sagt Kostner.

Ziel sei es gewesen, das Standardprogramm in einem einzigen Schritt so weit auszubauen, dass möglichst viele Aufgaben damit schon abgedeckt sind. In Zahlen heißt das: Tribos-Mini gibt es standardisiert ab einem Durchmesser von 1 mm – und zur EMO kommt das Werkzeughaltersystem mit einer Highspeed-Spindelschnittstelle.

Bislang übliche Spannmittel im Mikro-Bereich kaum verwendbar

Nicht immer lassen sich Standards einfach durchsetzen. Zwar hat Erowa mit dem Fine Tooling System (FTS) eine Lösung mit Spannfuttern für kleine Baugrößen. Werner Meier, Produktmanager bei der Erowa AG, sieht das Unternehmen durchaus „für Projekte im Bereich Mikrospanntechnik gewappnet“. Allerdings nehme der Bedarf an kundenspezifischen Lösungen zu, die eine eigens gegründete Projektgruppe entwickle. Denn trotz aller Euphorie und Prognosen: Bei der Mikrospanntechnik, da sind sich die Hersteller einig, handelt es sich nach wie vor um einen Nischenmarkt. Dabei schwankt die Bewertung allenfalls zwischen „sehr interessant“ und „höchst interessant“.

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