Supply Chain Management

Die Organisation lässt zu wünschen übrig

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Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Studie zutage bringt, betrifft die Performancemessung der Supply Chain, die in der Regel vergangenheitsorientiert ist. In Zeiten von rasant schnellen Änderungen und steigenden Kundenanforderungen ist es jedoch zwingend nötig, sich bei der Erfolgsmessung von SCM-Initiativen losgelöst von historischen Benchmarks an aktuellen und zukünftigen Anforderungen zu orientieren. Studienautor Wolf erklärt: „Die Performancemessung muss in der Lage sein, auch zukünftige wichtige Faktoren für das Unternehmen zu berücksichtigen und die Zielwerte und Erfolgsmessung darauf abzustimmen. Unter den Stichworten Big Data und Analytics ermöglicht die fortschreitende IT-Entwicklung Anwendungen, mit denen sich das Supply Chain Management hinsichtlich Transparenz, Leistungsfähigkeit und integrierter Planung end-to-end optimieren lässt.“

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Supply Chain Organisation in der Praxis

Doch wie ist das Supply Chain Management in der Fertigungsbranche konkret organisiert? Die Analyse der Camelot-Experten weist drei vorherrschende Organisationsformen aus: Unternehmen, die durch einen starken Produktionsfokus, eine hohe Abhängigkeit von Produktionstechnologien oder Wachstum durch Akquisitionen gekennzeichnet sind, verfügen in der Regel über eine lokale beziehungsweise regional aufgestellte Supply Chain Organisation, die sich auf die produktionsnahen Bereiche konzentriert. Diese Organisationsform ermöglicht eine rasche Reaktion auf Marktbedürfnisse. Die zweite in der Fertigungsindustrie vorherrschende Supply Chain Organisationsform ist das sogenannte „zentrale Modell“. Das zentrale Modell findet sich bei Unternehmen, die rationalisieren und ihre Kostenbasis reduzieren wollen. Die Organisationsform wird in der Regel eingeführt, um eine starke zentrale Kontrolle und Koordination zu ermöglichen. Ein Drittel der untersuchten Unternehmen folgt einem sogenannten „koordinierten, netzwerkunabhängigen SCM-Modell“, bei dem sich die zentrale Supply Chain Organisation auf die übergreifende Koordination beschränkt und der lokalen oder regionalen Ebene größere Freiheit lässt.

Die optimale Supply Chain Organisation

Auf die Frage nach der optimalen Supply Chain Organisation in der Fertigungsindustrie gibt es keine eindeutige Antwort. Die Gestaltung der Supply Chain Organisation ist abhängig von der Strategie, der Supply Chain Struktur (distributions- und produktionsseitig) sowie insbesondere auch von der Unternehmenskultur. Eines ist jedoch offensichtlich: Neue, durch die Digitalisierung getriebene Geschäftsmodelle kombiniert mit kleineren Losgrößen sowie kundenindividuelle Produkte mit Preis- und Liefertransparenz werden die Treiber für die zukünftige Gestaltung von Supply Chains sein. Die Organisation der Supply Chain wird ein Schlüsselfaktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Fertigungsunternehmen.

* Volker Roelofsen ist Partner Industrial Manufacturing bei der Camelot Management Consultants AG in 68165 Mannheim, Tel. (06 21) 8 62 98-0, vroe@camelot-mc.com

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