3D-Druck Die Unendlichkeit des 3D-Drucks frühzeitig erkennen und nutzen

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Das 3D-Druckverfahren hält Einzug in der Industrie. Die Zahl der Anwendungsgebiete und das Potenzial sind gewaltig.

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Ein Lampenschirm in Form gesintert – von FKM Sintertechnik.
Ein Lampenschirm in Form gesintert – von FKM Sintertechnik.
(Bild: Sonnenberg)

3D-Druck ist in der Industrie angekommen – so lautet die Diagnose des VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik auf einem ersten Expertengespräch am 4. Juni 2013. Dabei stimmten sich die Expertisen sowohl aus dem Anwender- als auch aus dem Forschungsbereich gleichsam ein, dass dem 3D-Druck eine rosige Zukunft bevorstehe. Dabei reichen die Anwendungen inzwischen von Prototypen bis hin zur Serienfertigung. Auch die Materialvielfalt hat mit Edelmetallen, Keramik und Kunststoffe zugenommen.

Konstruktionsfreiräume sind schier unendlich

Erwähnenswerte Argumente für den Erfolg der Technik sind die neuen Konstruktionsfreiräume, schnelle und werkzeuglose Herstellung von Prototypen sowie Potenziale zur Reduzierung von Kosten in der Lagerhaltung und Logistik. „International wittern Industrie und Wirtschaft im 3D-Druck neue Geschäftsfelder. Die innovativen Fertigungsmethoden des 3D-Drucks definieren die Welt der Produktion neu“, resümiert Rainer Gebhardt, VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik.

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Vom Knopf bis zur Pistole

Von der Öffentlichkeit wird das 3D-Druckverfahren vor allem als Möglichkeit wahrgenommen, mit der man sich zuhause selbst alles erstellen kann, vom einfachen Knopf bis zur Pistole. Entsprechend breit wird das Thema diskutiert. Für den Maschinenbau jedoch stehen die industriellen Perspektiven die sich mit der Technologie eröffnen im Vordergrund.

Print-on-Demand

„Mit dem 3D-Verfahren wird beispielsweise eine ganz neue Art der Lagerhaltung möglich sein. Statt ein breites Sortiment an Ersatzteilen jederzeit vorzuhalten, braucht man künftig nur noch die Computer-Daten für das Design. Per Print-on-Demand wird das Teil erst bei Bedarf gedruckt, das bedeutet, das heißt der Zeitpunkt und die Stückzahl sind punktgenau steuerbar“, erklärt Gebhardt weiter. Diese Technik senkt somit die Kosten für Lagerhaltung und Logistik.

Expertengespräch zwischen Anwender und Hersteller

Die Teilnehmer am Expertengespräch spiegelten die industrielle Bandbreite, für die der 3D-Druck im Maschinenbau potenziell relevant ist. Vertreter von Werkzeugmaschinenherstellern waren mit von der Partie, ebenso die Automatisierungsspezialisten. „Unser Anliegen ist es, mit dieser Expertenrunde, Anwender und Hersteller direkt ins Gespräch zu bringen“, so Gebhardt.

Trotz aller Euphorie will gut Ding Weile haben und Bauteileigenschaften wie Verschleiß- oder Bruchfestigkeit lassen sich nicht mit einer Handvoll Pulver erzeugen. Obgleich die Entwicklung der Technik noch am Anfang steht, bietet sie schon jetzt allerhand Potential, das es zu nutzen gilt.

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