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PLM Digitale Prozesse für Losgröße 1 realisieren

| Autor / Redakteur: Michael Wendenburg / Stefanie Michel

Das Unternehmen Syntegon Technology ist international aufgestellt und will Engineering-Daten für die weltweiten Standorte schnell verfügbar machen. Dafür sind ein einheitliches Datenmanagement sowie Kollaborationstools nötig, was eine globale PLM-Lösung ermöglicht

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Um die Basisentwicklung von Maschinen kundenspezifisch anzupassen, sind CAD- und Engineering-Daten nötig. Die können global über ein entsprechendes PLM-System bereitgestellt werden.
Um die Basisentwicklung von Maschinen kundenspezifisch anzupassen, sind CAD- und Engineering-Daten nötig. Die können global über ein entsprechendes PLM-System bereitgestellt werden.
(Bild: RALPH_KLOHS/Syntegon )
  • Wer das Datenmanagement auf alle globalen Standorte ausrollen will, benötigt ein entsprechendes PLM-System. Es muss den Datenzugriff erlauben und eine Steuerung von Projekten, Prozessen und Dokumenten bieten.
  • Syntegon Technology hat sich für CIM Database von Contact Software entschieden, um allen Mitarbeitern weltweit konsistente Engineering-Unterlagen und CAD-Daten zur Verfügung zu stellen.
  • Das PLM ist an das ERP angebunden und soll zum „Daten-Master“ werden, den Angebotsprozess unterstützen sowie die gesamte Dokumentation für jede ausgelieferte Maschine bereitstellen.

Syntegon, ehemals Bosch Packaging Technology, ist an über 30 Standorten in 15 Ländern präsent. Die Geschäftsbereiche Pharma und Food entwickeln und fertigen in mehreren Produktgruppen Sondermaschinen für die Abfüllung und Verpackung von flüssigen oder festen Pharmazeutika und Nahrungsmitteln. Um die Basisentwicklung der modularen Produktplattformen kümmern sich sechs Center of Competence (COC) in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Die global verteilten Applikations- und Produktionsstandorte passen schließlich die Produkte an Kundenvorgaben an, produzieren die Maschinen und übernehmen mit zunehmender Reife auch die Verantwortung für den Service und Umbauten.

„Das globale Datenmanagement ist für Syntegon so wichtig, weil wir den Kollegen vor Ort für Applikationsentwicklung, Produktion und Service sämtliche CAD-Daten und Engineering-Unterlagen zur Verfügung stellen müssen“, sagt Marc Bräuninger, Head of Engineering Excellence in der IT von Syntegon Technology. Deshalb will Syntegon nun mit dem ePLM-Projekt eine PLM-Lösung für alle Standorte schaffen, die die komplette Wertschöpfungskette vom Vertrieb bis zum Service unterstützt.

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Alle Entwicklungsstandorte nutzen Solidworks für die Mechanik- und Eplan für die Elektrokonstruktion, doch bisher ohne unternehmensweit einheitliches Datenmanagement. Die beiden COCs in Königsbrunn und Crailsheim setzen schon länger CIM Database von Contact Software ein, während andere Standorte noch mit einer lokalen CAD-nahen Datenverwaltung arbeiten. Diese kam als globales PLM-System nicht infrage, da sie weder den standortübergreifenden Zugriff auf die Daten erlaubt noch Kernfunktionen für die Steuerung von Projekten, Prozessen und Dokumenten bietet.

Integriertes Daten- und Projektmanagement

Nach einem strategischen PLM-Benchmark hat Syntegon noch vor dem Ausscheiden aus der Bosch-Gruppe entschieden, an allen Standorten CIM Database einzuführen. „Wir haben geprüft, welches System am besten dazu passt, dass wir im Endeffekt Losgröße 1 produzieren“, erläutert Bräuninger. „Der hohe Engineering-to-Order-Anteil in unserem Projektgeschäft erfordert, dass viele Bereiche gut zusammenarbeiten.“ Hier haben die Anwendungen, die Contact Software für das Projektmanagement und die Kollaboration mit seiner PLM-Lösung bietet, das Auswahlteam überzeugt.

Bei der Systemwahl spielte das Dokumentenmanagement ebenfalls eine wichtige Rolle. Syntegon betreibt vor allem im Pharmabereich einen hohen Aufwand für die Bereitstellung der Dokumentation. „Mit PLM wollen wir künftig zu jeder ausgelieferten Maschine die gesamte Dokumentation vorhalten, die einen Großteil des Digital Twin ausmacht“, sagt Bräuninger. „Dazu müssen wir nicht nur die CAD-Modelle, sondern auch Schaltpläne, Spezifikationen für Hard- und Softwaredesign sowie die Angebotsunterlagen über den gesamten Lifecycle verwalten und bei jedem Steuerungs-Update aktualisieren.“

Das integrierte Projekt- und Dokumentenmanagement von CIM Database ermöglicht es den Projektbeteiligten, Aufgaben zu definieren, mit relevanten Dokumenten zu verknüpfen und anhand der offenen Punkte den Projektfortschritt zu kontrollieren. Ziel ist es, alle Unterlagen zu einem Produkt in den Projektordnern zusammenzuführen und nach dessen Auslieferung weiter zu pflegen.

Modulare Plattform erlaubt schrittweisen Rollout

Eine weitere Stärke von Contact Software ist die modulare Elements-Plattform, so Bräuninger. Sie macht es möglich, die PLM-Anwendungen Schritt für Schritt auszurollen und bestimmte Funktionen nur an manchen Standorten bereitzustellen. Bräuninger und sein Team wollen zunächst das Dokumenten- und Projektmanagement live schalten, weil es hier viele lesende Anwender gibt. Sie können über ein intuitiv bedienbares Web-UI auf die Informationen in CIM Database zugreifen, ohne dass dafür Software bei den Anwendern installiert werden muss. Das hat schon die Bereitstellung der Anweisungen und Vorgabedokumente beim Loslösen von den Bosch-Systemen wesentlich erleichtert.

Die Competence Center, die bisher nicht mit CIM Database arbeiten, implementieren derzeit die MCAD- und ECAD-Integrationen. Größte Herausforderung bei der Ablösung der bestehenden CAD-Datenverwaltungen ist die Migration von Millionen von CAD-Modellen, die vor der Übernahme in die neue PLM-Lösung bereinigt und konsolidiert werden.

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