Drucken statt rumdrucksen Ukrainische Freiwillige drucken kriegswichtige Bauteile in Deutschland

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die Ukraine hat übrigens auch eine Armee, die in Deutschland steht. Die Drukarmija (Druckarmee) ist eine Freiwilligenorganisation, die mit 3D-Druckern massenhaft kleine Plastikteile herstellt ...

Diese Bauteile werden in Drohnen eingesetzt. Drohnen sind eine günstige Waffe, die auch das ukrainische Militär massenhaft nutzt. Wer hätte gedacht, dass eine Freiwilligentruppe namens Drukarmija in Deutschland dafür wichtige Bauteile additiv fertigt? ...(Bild:  Teresont)
Diese Bauteile werden in Drohnen eingesetzt. Drohnen sind eine günstige Waffe, die auch das ukrainische Militär massenhaft nutzt. Wer hätte gedacht, dass eine Freiwilligentruppe namens Drukarmija in Deutschland dafür wichtige Bauteile additiv fertigt? ...
(Bild: Teresont)

Die additiven Fertigungssysteme der Drukarmija drucken in Deutschland fast alles, was Soldaten und Rettungskräfte der Ukraine bei der Abwehr im Krieg derzeit brauchen. Dazu gehört natürlich Drohnenzubehör, aber auch Verschlusskappen, Tablet-Halterungen, Akku- und Lampengehäuse sowie Medizinbedarf werden aus Kunststoff additiv hergestellt, wie man erfährt. In Deutschland übernehmen Freiwillige dafür die Druckaufträge, um ihren Landsleuten im Krieg gegen Russland von hier aus beizustehen. Vier Geräte arbeiten dazu etwa in seiner Garage rund um die Uhr. Diejenigen, die viel herstellen verarbeiten zwischen 10 und 15 Kilogramm Kunststoff in der Woche, wie man erfährt. Das gehe zwar mit 400 bis 500 Euro im Monat ins Geld, aber man wolle seinen Beitrag leisten, um zu helfen.

Ukrainische Soldaten bestellen ihren Bedarf online

Die Drukarmija ist zwar nicht die einzige 3D-Druck-Initiative in der Ukraine, aber nach den Angaben auf ihrer Webseite die größte, die fast 3.000 Druck-Aktivisten mit etwa 7.000 3D-Druckern zählt. Etwa 600 Leute machten außerdem noch aus dem Ausland mit. Aus einem Bunker in Kiew steuert man dabei die Druckerarmee, die wie ein Online-Shop funktioniert – und das Ganze ist auch noch kostenlos. Soldaten von der Front, Notfallsanitäter oder Feuerwehrleute melden dazu ihren Bedarf an. Sogenannte Kuratoren stellen die Druckaufträge online und Freiwillige laden die Daten für ihre Drucker herunter und machen sich ans additive Fertigungswerk. Die Teile werden dann an die Kuratoren versandt, überprüft und schließlich an die Front geschickt. Aus Deutschland reisen die Plastikteilchen meist als Beiladung von Kleintransportern oder Sammeltaxis in die Ukraine. Etwa 1.500 einzelne Teile seien im Angebot.

Eine zu Unrecht belächelte Art der Unterstützung

Die Drukarmija gehört zu Tausenden von Organisationen der Zivilgesellschaft, deren freiwilliger Einsatz das Überleben der Ukraine im Krieg ermöglichen soll. Sie zählt aber auch zu einer neuartigen Rüstungsbranche mit Start-Up-Charakter. Der Chef des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall belächelte diese Unterstützung zwar vor Kurzem als eine Gruppe von ukrainischen Hausfrauen, die in ihren Küchen auf 3D-Druckern Drohnenteile produzieren. Doch gelacht haben auch die Organisatoren der Drukarmija, denn der Ukrainekrieg hat immerhin gezeigt, dass relativ billige Systeme, wie eben Drohnen, Geräte und Systeme mit Millionenwerten leicht zerstören können und den russischen Vormarsch stoppen konnten – vergleichbar mit der deutschen Panzerfaust im Zweiten Weltkrieg oder mit der Exocet-Rakete gegen Schiffe. Doch man muss auch aufpassen, was man da so druckt ...

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