CAD-Software Durchgängige Datenhaltung steigert Effizienz in der Auftragsfertigung

Autor / Redakteur: Gerald Scheffels / Stefanie Michel

Mit der Solidworks-Plattform entstand bei Loll Feinmechanik ein durchgängiger CAx-Prozess, der auch die Fräsbearbeitung einschließt und an das ERP-System angebunden ist. Damit konnte das Unternehmen sowohl die Effizienz steigern als auch Flexibilität in der Fertigung gewinnen.

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Jens Loll, Geschäftsführer von Loll Feinmechanik: „Wir arbeiten für Markt­führer mit hohen Technologieansprüchen und liefern ihnen komplette und funktionsfähige Module und Geräte, die aus bis zu 300 Einzelteilen bestehen.“
Jens Loll, Geschäftsführer von Loll Feinmechanik: „Wir arbeiten für Markt­führer mit hohen Technologieansprüchen und liefern ihnen komplette und funktionsfähige Module und Geräte, die aus bis zu 300 Einzelteilen bestehen.“
(Bild: Loll Feinmechanik)
  • Loll Feinmechanik entwickelt oft schon mit dem Kunden zusammen komplette Bauteile. Dafür wird sowohl die CAD-Software als auch das PDM-System von Solidworks genutzt..
  • Die Prozesskette in Richtung Fertigung vervollständigt Solidcam. Mit dieser Software werden alls CAM-Prozesse programmiert.
  • Ein durchgängiger Prozess benötigt auch eine Anbindung an ds ERP-System. Das haben Loll Feinmechanik und DPS Software über eine Schnittstelle gelöst.

Der norddeutsche Auftragsfertiger Loll Feinmechanik aus Tornesch fertigt komplexe Baugruppen für anspruchsvolle Kunden. Die Feinmechanik aus dem Firmennamen macht allerdings nur einen Teil des Aufgabenbereiches aus, in dem das mittelständische Unternehmen tätig ist. Zu den Fertigungstechnologien gehören das simultane 5-Achsen-Fräsen, das Erodieren anspruchsvoller Werkstoffe, die Multitasking-Bearbeitung auf Drehzentren und das CNC-Profilschleifen. Geschäftsführer Jens Loll, der das Unternehmen seit 1995 in zweiter Generation führt, berichtet, dass die Aufträge von vielen Marktführern stammen, die hohe Ansprüche haben. „Ihnen liefern wir komplette und funktionsfähige Module und Geräte, die aus bis zu 300 Einzelteilen bestehen.“

Solidworks als Basis für die durchgängige Prozesskette

Am Anfang eines jeden Projektes steht zumeist die Idee oder das Konzept eines Kunden: „Wir fertigen nach den Zeichnungen der Kunden. Oft aber beginnt die Zusammenarbeit schon früher und wir entwickeln das komplette Bauteil oder Gerät im Kundenauftrag“, so Loll. Diese Aufgabe übernimmt die Entwicklungsabteilung mit sechs Konstrukteuren.

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Ob Auftragsfertigung oder Eigenentwicklung: Nahezu jedes Projekt bei Loll Feinmechanik startet mit Solidworks. Loll: „Vielfach arbeiten unsere Konstrukteure und die Kunden parallel mit den Dateien; die Kunden geben dann die Zeichnungen im PDM-System frei. Das beschleunigt die Arbeit in der Konstruktionsphase.“

Nicht nur die Konstrukteure nutzen seit knapp fünfzehn Jahren Solidworks. Insgesamt gibt es im Unternehmen zehn weitere Solidworks-Arbeitsplätze und vierzehn Solidworks PDM-Pakete. Damit kann der gesamte Workflow in der 3D-CAD-Software abgebildet werden, und genau das ist das Ziel: Eine komplett durchgängige Prozesskette in der Konstruktion und Fertigung. Solidworks ist hier das führende System und wird von DPS geliefert.

Dieses Ziel ist einleuchtend, aber auch herausfordernd, denn die Fertigungsprozesse sind komplex. „Jedes einzelne Bauteil durchläuft mindestens fünf oder sechs Arbeitsgänge in der Produktion, bei einigen sind es bis zu 30. Dazu gehören auch Bearbeitungsschritte bei externen Dienstleistern“, erklärt Loll. Aus diesem Grund kommt dem PDM-System große Bedeutung zu und auch der Anbindung an die kaufmännische Seite, sprich an das ERP-System. Über eine Schnittstelle lassen sich bei Loll Feinmechanik die Datensätze aus Solidworks PDM in das eigene ERP übertragen, sodass auch hier ein durchgängiger Prozess gewährleistet ist.

Fertigung und eigener Werkzeugbau: Programmierung mit Solidcam

Damit ist die Prozesskette aber noch nicht vollständig beschrieben. Auf der „Shopfloor“-Ebene befinden sich allein 62 CNC-Dreh- und Fräszentren. Zum Maschinenpark gehören aber auch Anlagen für das Drahterodieren, Profilschleifen, Entgraten und weitere Prozesse. Alle sind für High-End-Anwendungen geeignet, und bei sämtlichen CAM-Prozessen erfolgt die Programmierung mit Solidcam. Das gilt sowohl für die produzierten Kundenbauteile als auch für den Vorrichtungsbau.

Loll: „Wir haben sehr gut ausgebildetes und engagiertes Personal an den Maschinen, das die 5-Achs-Fräsprogrammierung in der Regel selbst übernimmt – mit Ausnahme von Projekten beispielsweise für die Luftfahrtindustrie, bei denen hohe regulatorische Anforderungen zu erfüllen sind.“ Für diese Aufgabe nutzen die Mitarbeiter die zehn Solidcam-Arbeitsplätze.

Aktuell arbeitet Loll Feinmechanik daran, das PDM-System noch stärker mit Fertigungsdaten anzureichern. Ziel ist es, eine komplette und bauteilspezifische Dokumentation zu hinterlegen, die zum Beispiel die Programmierung, die Schnittwerte und die verwendeten Werkzeuge beinhaltet. Dann wird es für jedes einzelne Fertigungsteil – auch im Sinne der Rückverfolgbarkeit – eine individuelle Dokumentation geben. Damit verfolgt das Unternehmen sein Ziel, über den gesamten Konstruktions- und Fertigungsprozess eine durchgängige und einheitliche Datenhaltung zu gewährleisten – ohne Medienbrüche und Datenexporte.

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