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Einbindung und Unterstützung von KMU
Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) stellen das unternehmerische Rückgrad in Deutschland und in der gesamten Europäischen Union dar. Sie tragen maßgebend zur Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovation bei und agieren sehr erfolgreich und selbstbewusst auf den Weltmärkten.
Normung hat demzufolge für KMU denselben Stellenwert wie für größere Unternehmen. Die Mitwirkung in der Normung sowie die Information und der Zugang zu den sie betreffenden Normen stellen KMU allerdings vor deutlich größere Schwierigkeiten. Denn sie verfügen in der Regel nicht über die erforderlichen personellen Kapazitäten. Die Politik fordert deshalb nachhaltig, KMU stärker in die Normung einzubinden und bei der Anwendung und aktiven Mitwirkung zu unterstützen.
Der Maschinen- und Anlagenbau bindet KMU bereits stark in die Normungsarbeit ein. Das ist erstens auf die mittelständisch geprägte Struktur der Branche zurückzuführen. Zweitens hat gerade diese innovative Branche es von jeher verstanden, technischen Fortschritt in technischem Normenwerk festzuhalten. So kommen drei Viertel der Industrieexperten in den Normungsgremien des NAM aus KMU. Viele Normungsgremien werden sogar von Unternehmerpersönlichkeiten geleitet. Die Praxis der Normungsarbeit des NAM zeigt aber auch, dass die Bereitschaft von KMU, sich in der Normungsarbeit zu engagieren, nur gewährleistet ist, wenn die Normungsprozesse durch fach- und sachkundige Sekretariate begleitet werden, die die Experten von administrativen Aufgaben befreien.
VDMA-Forderungen
Der VDMA setzt sich dafür ein, dass KMU auch künftig eine wichtige Rolle in der Normung spielen und noch stärker an der Normung mitwirken. Auch der Zugang zu Normen und Standards muss weiter verbessert werden. Hierzu ist es von sehr großer Bedeutung, dass sich Normung an folgenden Grundsätzen orientiert:
- Transparente Beteiligungskonditionen: KMU dürfen nicht durch bestimmte Zugangsbedingungen von der aktiven Mitarbeit in Normungsgremien ausgeschlossen werden. Der insbesondere durch KMU eingebrachten fachlichen Expertise (zentrales Element der Wertschöpfung im Normungsprozess) muss ein höherer Stellenwert eingeräumt werden.
- Intensität bei der Mitwirkung: KMU müssen frühzeitig die Möglichkeit erhalten, Normungsprojekte zu initiieren, sich aktiv in Normungsprojekte einzubringen und sich über den Stand der Normungsprozesse zu informieren. Organisatorische Abläufe in den Normenorganisationen müssen weiter vereinfacht werden. Die derzeitigen Regelungen wirken aufgrund ihrer Komplexität teilweise intransparent.
- Hohe Sachkompetenz: Bei der Erarbeitung der Normung muss sichergestellt werden, dass sowohl die beteiligten Experten aus der Industrie als auch die anderen Beteiligten an der Normung die erforderliche fachliche Kompetenz besitzen.
- Kompetente Unterstützung: Die Arbeit der Normungsexperten aus den KMU muss durch einfache transparente Verfahren und durch kompetente fachliche Unterstützung seitens der Normungssekretariate gefördert werden.
- Hohe Verfügbarkeit der Normungsergebnisse: KMU müssen die Möglichkeit erhalten, sich schnell und zu akzeptablen Kosten über die Ergebnisse der Normung zu informieren, um diese bei der Entwicklung und Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen einsetzen zu können.
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