Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Granulattrocknung auf der K 2019

Erfinder des Drucklufttrockner zeigt aktuelle Innovationen

| Autor / Redakteur: Bernadette Menzel / Peter Königsreuther

Mittels moderner Regelungen und besserer Prozessintegration wurde die bewährte ERD-Technologie über die Jahre hinweg weiterentwickelt und ist bis heute im Einsatz, sagt der K-Aussteller Farragtech – allerdings unter dem Namen Card. Hier zu sehen ist das Modell Card R. Halle 12 am Stand E49-7.
Mittels moderner Regelungen und besserer Prozessintegration wurde die bewährte ERD-Technologie über die Jahre hinweg weiterentwickelt und ist bis heute im Einsatz, sagt der K-Aussteller Farragtech – allerdings unter dem Namen Card. Hier zu sehen ist das Modell Card R. Halle 12 am Stand E49-7. (Bild: Farragtech)

Farragtech hat die Granulattrocknung Anfang der 1990er Jahre mit der ERD-Technologie auf ein neues Level gehoben. Die Idee lebt in den neuesten Trocknersystemen der Card-Baureihe weiter und ist noch effektiver. Halle 12 am Stand E49-7.

„Im Rahmen des Extrusionsblasverfahrens war es lange Zeit Standard, die trockene Blasluft am Ende eines jeden Zyklus zu entlüften“, erinnert sich Rainer Farrag, der Unternehmensgründer. „Dadurch ging viel ungenutzte Luft – und damit auch Energie – verloren, was ich sehr schade fand. Das brachte mich 1991 auf den Gedanken, diese Energie nicht nutzlos zu verschwenden, sondern zur Trockung zu verwenden.“ Ohne sich dessen bewusst zu sein, setzte der Unternehmer damit einen Meilenstein in der Geschichte der Kunststoffverarbeitung.

Drucklufttrockner schonen Umwelt und Ressourcen

Denn die Idee, hygroskopische Granulate durch die Zufuhr von Druckluft aus einem vorgeschalteten Prozess zu trocknen, ermöglichte es, Material fast ohne Zusatzenergie und ohne bewegliche Teile zu entfeuchten. Das Verfahren entpuppte sich schnell als eine kosteneffiziente und zuverlässige Alternative zur damals gängigen Adsorptionstrocknung. Der voranschreitende Paradigmenwechsel lag aber auch darin begründet, dass der neue Drucklufttrockner – im Gegensatz zum Adsorptionstrockner – wesentliche Einsparpotenziale ausschöpfte: So ging der Einsatz eines Molekularsiebs im Rahmen der traditionellen Entfeuchtungsmethode zumeist mit hohen Kosten für regelmäßige Wartungen, Reparaturen und Neuanschaffungen einher. Weil der Economic Resin Dryer (ERD), so der Name der damaligen Farrag-Innovation, jedoch auf chemische oder mechanische Systeme, die die Umwelt belasteten, verzichtete, setzte er sich auch aus diesem Grund durch. „Vor allem das gleichbleibende Ergebnis war und ist immer noch ein zentrales Qualitätsmerkmal des Drucklufttrockners“, stellt Farrag klar.

Der Sohn des Unternehmensgründer und Geschäftsführer der Farragtech GmbH, Aaron Farrag, freut sich auf erste Gespräche und weitere Anfragen während der K 2019.
Der Sohn des Unternehmensgründer und Geschäftsführer der Farragtech GmbH, Aaron Farrag, freut sich auf erste Gespräche und weitere Anfragen während der K 2019. (Bild: Farragtech)

Granulattrocknung ohne Extra-Energie

Auch wenn die Basistechnik der Entwicklung bis zum heutigen Tag unberührt geblieben ist, wurden über die Jahre hinweg einige Optimierungen an der Anlage vollzogen, die heute unter dem Namen Card (Compressed Air Resin Dryer) bekannt ist. So sorgen eine effizientere Prozessintegration und moderne Regelungsfunktionen wie der Sleep-Mode oder die Reduktion der Luftmenge nach Erreichen einer bestimmten Temperatur im oberen Bereich des Trocknungsbehälters für eine höhere Energieeffizienz. Die Wärmerückgewinnung aus dem Luftverdichter hat mittlerweile sogar zu einer Granulattrocknung geführt, die weitestgehend auf zusätzliche Energie verzichten kann.

Entfeuchtung und Trocknung des Granulats in einem Prozessschritt

Inzwischen wird der Card auch nicht nur für die reine Granulattrocknung verwendet, sondern auch in Kombinationen mit weiteren Systemen. Die Idee dazu kam Farrag Ende der 90er-Jahre: „Damals habe ich bei einem US-amerikanischen Kunden aus Wisconsin die notwendige Druckluft aus dem Extrusionsblasverfahren für die interne Kühlung des Bauteils - ein Benzinkanister – verwendet“, berichtet der Unternehmensgründer. „Die hierbei anfallende Spülluft habe ich dann wieder für die Trocknung des Rohmaterials genutzt und die trockene Abluft aus dem Behälter wurde danach in den abgeschotteten Werkzeugbereich eingespeist“, erklärt Farrag. Dadurch gelang es uns innerhalb eines einzigen Prozessvorgangs, die Entfeuchtung des Granulats mit der internen Kühlung des Produkts zu verbinden und einen drohenden Materialstress durch den zusätzlichen Schwitzwasserschutz der zugeführten Abluft zu verhindern. Die Produktion konnte in der Folge – bei gestiegener Produktqualität und niedrigeren Herstellungskosten – um 35 % erhöht werden.

Beeindruckende Ergebnisse bleiben nicht lange im Dunkeln

Solche Ergebnisse blieben auch der Branche nicht verborgen; die Drucklufttechnologie im Rahmen der Granulattrocknung erfreut sich immer größerer Beliebtheit. „Es ist daher anzunehmen, dass die Granulattrocknung mit Druckluft in den nächsten Jahren zum Standard in der Kunststoffindustrie wird“, so Farrag abschließend. „Diese Entwicklung wollen wir als Erfinder mit weiteren Innovationen vorantreiben.“ Auf der K 2019 werden die Trockner für Schüttgüter Card E/S, CARD M und Card L/XL sowie die Innenkühlgeräte Blow Moulding Booster und Blow Air Chiller Vorgestellt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46059095 / Kunststofftechnik)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Gut zu wissen

Der Business-Knigge

Wohin kommt die Serviette? Wer sitzt wo im Dienstwagen? Und darf ich eigentlich Notizen auf eine fremde Visitenkarte machen? Wir haben die Antworten. lesen

Gut zu wissen

Zeitmanagement

Persönliche Ziele in nur einer Minute erreichen, die produktivste Phase des Tages nutzen und keine Zeit mehr in Meetings verschwenden – mit unseren Tipps werden Sie zum effektiven Zeitmanager. lesen