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Hannover Messe 2019 Fluidtechnik ist fit für Industrie 4.0

| Autor: Stefanie Michel

Das Image der altbackenen Komponente hat die moderne Fluidtechnik längst abgelegt. Auf der Hannover Messe 2019 wird nun auch sichtbar, wie sich intelligenten Bausteine aus der Fluidtechnik in Gesamtsysteme integrieren lassen und dort mit anderen kommunizieren können.

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(Bild: ©xiaoliangge / ©peshkov - stock.adobe.com [M])

In dunklen Kellern versteckt, etwas grobschlächtig und verstaubt: Dieses Image klebt an der Hydraulik, wie auch Dr. Mark Krieg, Vice President Engineering der Bosch Rexroth AG, bestätigt. Er gibt auch zu, dass sie sich über lange Zeit wenig weiterentwickelt hat. Sicher werden noch alte, analoge Hydraulikaggregate in Unternehmen installiert sein, doch betrachtet man sich die Entwicklungen der letzten Jahre, so wird deutlich, wie viele Entwicklungen aus der Sensorik und der Elektrotechnik in diese Branche inzwischen eingeflossen sind. So nutzt beispielsweise die Elektrohydraulik elektrische Steuerungsbaugruppen mit derselben Logik wie elektrische Antriebe, was die Vernetzung vereinfacht.

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Es ist also nicht neu, dass sich die Fluidtechnik mit der Digitalisierung sowie mit der intelligenten Regelung und Steuerung beschäftigt. Da in einer Industrie 4.0 die Komponenten und Anlagen auch vernetzbar sein müssen und miteinander kommunizieren können, sind zudem offene Kommunikationsschnittstellen nötig.

Offen ausgelegten Komponenten als Wegbereiter für Industrie 4.0

Industrie 4.0 und das IIoT stehen und fallen mit der Vernetzung. Wie solche offen ausgelegten Komponenten innerhalb der digitalen Gemeinschaft auch mit anderen Systemen kommunizieren, wird unter anderem die Sonderschau „Smart Power Transmission and Fluid Power Solutions“ auf der Hannover Messe zeigen. Ein Beispiel für solche offen ausgelegten Komponenten präsentiert Bosch Rexroth mit dem Hydraulikaggregat Cytrobox. Die Cytrobox im kompakten Schaltschrankformat ist ausgelegt für den Leistungsbereich von 7,5 bis 30 kW. Sie erfüllt zum einen alle Wünsche an ein effizientes System, denn sie ist mit drehzahlvariablen Antrieben, Synchronantrieben und verkleinertem Tank ausgestattet. Zum anderen hat sie alles an Bord, was für den Einsatz in vernetzten Umgebungen benötigt wird. Außerdem informieren integrierte und verdrahtete Sensoren über den aktuellen Filter-, Öl- oder Antriebszustand. Die gesammelten Daten werden anschließend vom Antriebsregler verarbeitet und lassen sich mithilfe der Schnittstellentechnologie Open Core Interface weiterverarbeiten und in moderne Maschinenkonzepte integrieren. Andreas Günder, Entwicklung Grundlagen und Innovationen: „Clever vernetzt wandelt sich das Hydraulikaggregat zu einem smarten Mitglied der IoT-Gemeinschaft, dessen Arbeitsweise inklusive aller relevanten Kennwerte und Daten stets transparent und digital ist.“

Eine andere Form der Vernetzung präsentiert die Fluitronics GmbH aus Krefeld: Ein smarter Hydraulikblock dient als Demonstrator, mit dem die Krefelder zwei Welten – mobile Antriebstechnik und IoT – miteinander verbinden. „Wir haben einen intelligenten Steuerblock für die Mobilhydraulik entwickelt, auf dessen Daten sich auch aus der Ferne über das Internet leicht zugreifen lässt“, erklärt der technische Direktor Dr. Thomas Meindorf. „Die Idee zu dieser Entwicklung entstand aus der Aufgabenstellung, das Gewicht etwa eines Müllbehälters zu erfassen und mit der Maschinensteuerung abzugleichen.“ Die Messdaten werden über den Canbus erfasst, per Datalogger gespeichert und dann an eine IoT-Cloud weitergeleitet.

Zur Sonderschau „Smart Power Transmission and Fluid Power Solutions“ auf der Hannover Messe 2019

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt