Digitale Transformation Für eine optimale Abstimmung in den Produktionen

Redakteur: Katharina Juschkat

Welche Prozesse laufen ab und welche Probleme gibt es? Nicht nur diese Frage beantwortet das neue System für ein digitales Shopfloor-Management der Hochschule Aalen.

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Digitales Shopfloor-Management an der Universität Aachen: Bachelorand Yannic Tschickardt (rechts) und Prof. Rainer Eber aus dem Studiengang Maschinenbau/Produktion und Management am digitalen Whiteboard.
Digitales Shopfloor-Management an der Universität Aachen: Bachelorand Yannic Tschickardt (rechts) und Prof. Rainer Eber aus dem Studiengang Maschinenbau/Produktion und Management am digitalen Whiteboard.
(Bild: Hochschule Aalen / Michael Hafner)

Das „Zentrum Industrie 4.0“ der Hochschule Aalen hat zusammen mit dem Start-up SFM-Systems ein System zum digitalen Shopfloor-Management in Betrieb genommen. Das System sammelt und visualisiert Produktionsdaten in Echtzeit. Das soll Stücklisten, Auftragskarten und unklare Verantwortungsbereiche ablösen.

Digitales Shopfloor-Management – warum?

Unter dem sogenannten „Shopfloor-Management“ versteht man die optimale Abstimmung auf die jeweiligen Betriebsabläufe in den Produktionsstätten. Der Shopfloor der Industrie ist die Fabrikhalle. Bisher fand dort die Datenerfassung und -aufbereiten zum größten Teil analog statt – wird dieses Management digitalisiert, liegen die Daten schneller und einheitlicher vor und helfen bei datengetriebenen Entscheidungen.

Digitales Whiteboard zeigt wichtige Kennzahlen

Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Shopfloor-Management wird schneller und unterstützt datengetriebene Entscheidungen. „Informationen zu Abweichungen sind schneller in Echtzeit verfügbar, um rascher Probleme zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten“, erklärt Projektleiter Prof. Rainer Eber, der im Studiengang Maschinenbau/Produktion und Management lehrt. Mit der Lösung lernen seine Studierenden – angehenden Produktionsingenieure und Fabrikmanager – wie Leitungs- und Führungsaufgaben in der Fertigung durch die Zusammenarbeit von Management und Fertigungsmitarbeitern optimiert werden können.

Die cloudbasierte SFM-Lösung wurde um ein digitales Whiteboard, auf dem alle wichtigen Kennzahlen dargestellt werden, im Werkstattbereich ergänzt. Eber vermittelt damit in seinen Lehrgebieten Smart Factory, Projektmanagement und Supply Chain Management seinen Studierenden das Thema praxisnah: „Im digitalen SFM stammen die Daten direkt aus einer Quelle. Oft gibt es beispielsweise unterschiedliche Zeitangaben, wie lange eine Maschine läuft. Mancher Produktionsleiter verbringt viel Zeit damit, herauszufinden, welche Zeiten wirklich stimmen. Wenn korrekte Daten vorliegen, fallen Diskussionen weg.“ Das digitale Teamboard wurde anhand fertigungstechnischer Labore wie Zerspanung, Robotik, Additive Fertigung und Gießerei, an die Hochschule Aalen angepasst.

Transfer in die regionale Industrie geplant

Mit dem Whiteboard können Fragen beantwortet werden wie: Was ist der Auftrag und was sind die Ziele des Teams? Mit welchen Kennzahlen werden diese gemessen? Wie hoch ist die Abweichung des Ist-Zustands vom Soll-Zustand? Welche Prozesse laufen ab und welche Probleme gibt es?

Im Rahmen der Transferplattform BW Industrie 4.0 soll das digitale Shopfloor-Managementsystem zusammen mit SFM Systems auch für den Transfer in die regionale Industrie eingesetzt werden. Eine große Rolle spielt dabei nicht alleine die fertige Lösung, sondern wie das System in das Firmenumfeld individuell implementiert wird.