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Solidworks World 2017 Grenze zwischen Konstruktion und Produktion verschwimmt

| Autor: Stefanie Michel

Eine CAD-Software war und ist das Handwerkszeug für Konstrukteure. Doch heute ist sie mehr – wie auf der Solidworks World zu sehen war. Im Vordergrund stehen nun Konstruktionsoptimierung und Unterstützung für die Produktion. Grenzen gibt es nicht mehr, Durchgängigkeit ist gefragt.

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Das Convention Center erwartet bereits die Besucher der Solidworks World 2017.
Das Convention Center erwartet bereits die Besucher der Solidworks World 2017.
(Bild: (C)2017 Steffi Michel)

Es regnet. In Los Angeles. Und der direkte Weg vom Hotel zum Convention Center ist wegen der Aufbauarbeiten zur Grammy-Verleihung am nächsten Wochenende versperrt. Also machen sich die über 5000 Teilnehmer der Solidworks World 2017 auf durch den Regen zur ersten General Session.

Und dann ist es so weit: Laut, mit viel Show und sehr amerikanisch wird die Solidworks World (SWW) 2017 mit den Worten „The new, the next, the never before“ eröffnet. Für 2,5 Stunden werden die Macht der Transformation, die Veränderung im Konstruktionsprozess und die neuen Möglichkeiten durch Digitalisierung beschworen. Zudem erklärt Gian Paolo Bassi, CEO Solidworks bei Dassault Systèmes, dass das Konstruktionszeitalter, wie wir es bisher gekannt haben, zu Ende gehen wird. Das neue Schlagwort ist jetzt „Computer Augmented Design“. Statt der reinen Konstruktion wird laut Bassi in Zukunft die Optimierung und Produktion im Fokus stehen. Bassi: „Wir beschränken nicht unsere Herausforderungen, sondern wir fordern unsere Grenzen heraus.“ Doch was ist konkret fassbar, was hat das mit Solidworks zu tun?

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Die Produktion rückt in den Mittelpunkt

Zum einen erwähnt Bassi die Zusammenarbeit mit N-Topology zur Optimierung von Gitterkonstruktionen für 3D-Drucker und mit Meta, einem Unternehmen, das Hologramme aus 3D-Daten erstellt.

Ich sehe mich auf der Ausstellungsfläche, dem „Partner Pavillon“, um und suche nach weiteren Antworten. Dass auch die Produktion eine Rolle bei Solidworks spielt, zeigt die wichtige Ankündigung Bassis, dass es nun Solidworks CAM geben wird – also eine integrierte CAM-Lösung. Bisher haben Partner wie Solidcam oder Mastercam ihre Software für Solidworks bereitgestellt. Das wird auch so bleiben, doch ab der Version 2018 wird Camworks ein fester Bestandteil des Solidworks-Paketes sein. Damit sind „einfachere Bearbeitungen“ wie 2,5-Achs-Fräsen und -Drehen möglich.

Bisher haben die anderen CAM-Software-Partner damit kein Problem – soweit das im Gespräch zu erfahren war. Vielmehr stellen sie ihre eigenen Alleinstellungsmerkmale und Vorteile in den Vordergrund, wie beispielsweise Open Mind: Hier liegen die Schwerpunkte unter anderem in der Fünf-Achs-Simultanbearbeitung sowie in der eigenen Programmierung der Postprozessoren. Auch Uwe Burk, Senior Director Sales Professional Channel bei Dassault Systèmes und verantwortlich für das Solidworks-Geschäft in Zentraleuropa, zerstreut die Befürchtung, bestimmte Unternehmen zu bevorzugen: „Unser Ansatz ist es nicht, unsere bestehenden Partner zu verdrängen. Wir haben ein sehr gut entwickeltes Netzwerk, das wir auch weiterentwickeln wollen.“

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt