Großteilbearbeitung

Großteilebearbeiter und Innovator im XXL-Maßstab

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Berghoff war bereits Komponentenlieferant der Ruag

Der Zeitpunkt war günstig, denn es waren mehrere Aufträge namhafter Kunden vorhanden, mit denen sowohl der schweizerische als auch die deutschen Standorte der Berghoff Gruppe schon Erfahrungen hatten.

Berghoff war bis zur Übernahme nicht unbekannt, zählte bereits zu den Komponentenlieferanten der Ruag. Bis zur Übernahme fertigte Berghoff an seinen deutschen Standorten Teile bis zu einer Größe von 2 m. Weil sich das ändern sollte, fiel die Wahl auf das Werk in Altdorf und so auch auf die Möglichkeit, Teile bis zu einer Größe von 5,5 m zu fertigen. Was die Dimensionen betrifft: Bis vor Kurzem noch war die größte Maschine, die im deutschen Werk in Drolshagen stand, in Altdorf die kleinste.

Neben den Frames für Lithografiemaschinen, die eine beachtliche Größe von 5,5 m erreichen können, zählen zu den Altdorfer Giganten unter anderem auch Großmotoren für Dieselloks.

Einzigartig ist dabei die hochmoderne Halle, die sukzessive aufgestockt und mit einem besonderen Leitsystem, dem sogenannten Flexiblen Fertigungssystem (FFS), bestückt wurde. „Das gesamte vernetzte System ist in dieser Größenordnung einzigartig. In Altdorf haben wir ein zentrales Leitsystem, das die eingebundenen Maschinen mit den unterschiedlichsten Paletten zum Bearbeiten versorgt“, so Murer.

Flexibles Fertigungssystem erlaubte größere Kapazitäten

Der Anstoß zum Flexiblen Fertigungssystem kam erneut durch den Großkunden ASML, der 2007/8 die Produktion ziemlich stark anzog, sodass die damalige Ruag Mechanical Engineering ebenso stark investieren musste, um entsprechende Kapazitäten bereitstellen zu können. „Wir mussten die Maschinenlaufzeit erhöhen, indem wir die Rüstarbeiten von der Maschine nahmen“, ergänzt Murer.

Das gelang mit dem Flexiblen Fertigungssystem, bei dem die Maschinen durch eine Linearautomation von Waldrich-Coburg miteinander verbunden wurden. Zum modernen Maschinenpark zählen zwei Fünf-Achs-Fräszentren Waldrich-Coburg Multitec (mit Verfahrwegen in X, Y, Z von 5000, 3500 und 2250 mm), ein Fünf-Achs-Fräs-/Drehzentrum Waldrich-Coburg Multitec (4000, 3500 und 2250 mm), zwei DMC 340 FD von DMG, ein Fünf-Achs-Dreh-/Fräszentrum Waldrich-Coburg Mastertec 4000 (5500, 5000 und 3500 mm) sowie eine 3D-Koordinatenmessmaschine MMZ-G 30/30/20 von Zeiss.

Speziell angefertigtes Leitsystem von 87 m Länge

Das Leitsystem, insgesamt 87 m lang, wurde speziell für Ruag gefertigt, selbst die Paletten für die Maschinen sind Sonderanfertigungen. Der Bau des Systems dauerte knapp ein halbes Jahr und lief parallel zum Betrieb. Seit der Fertigstellung des Systems öffnet sich fünf Tage die Woche eine Rolltür und die mit einem Werkstück vorgerüsteten Paletten von insgesamt vier Rüstplätzen – je zwei für rotationssymmetrische und für rechteckige Paletten – werden von einem Linearroboter abgeholt und im Palettenbahnhof geparkt. Von dort kann der Maschinenbediener die Paletten abrufen, die automatisch in die Maschine gefahren werden. Ist die Maschine noch mit einem Teil bestückt, wird dieses zuerst durch einen Schlitten herausgenommen, dieser verfährt dann und das neue Werkstück wird mit der Palette in die Maschine geschoben. Die Tür schließt und der Mitarbeiter kann mit der Bearbeitung starten.

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