Großteilbearbeitung

Großteilebearbeiter und Innovator im XXL-Maßstab

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Werkstückvorrüstung bringt enorme Maschinenkapazitäten

Durch die Vorrüstung der Werkstücke, die einen Zeitaufwand von 1 bis 2 h mit sich bringen kann, gewinnt Berghoff Mechanical Engineering in Altdorf enorme Maschinenkapazitäten. „Der Vorteil bei diesem System ist auch die Zweimaschinenbedienung, wodurch ein Mitarbeiter mithilfe einer Signallampe zwei Maschinen gleichzeitig überwachen kann“, erklärt Murer. Ist die grüne Lampe an einer der Maschinen an, weiß der Maschinenbediener, dass auch die zweite Maschine parallel arbeitet. Sobald ein Großteil fertig ist, wird es auf der 3D-Messmaschine von Zeiss geprüft, bevor es zum Kunden geht. Je nach Komplexität des Bauteils kann die Prüfung von einer halben bis zu 20 h dauern.

Eine weitere Besonderheit im Werk in Altdorf ist die zentrale Späneentsorgung. Jede Maschine sammelt die Späne im Spänebunker, aus welchem sie pneumatisch über ein Rohrsystem gezogen werden und in zwei Zentrifugen gelangen, in denen sie von Kühlschmierstoffresten getrennt und getrocknet werden. Im Anschluss werden die Späne ins Aluminiumwerk gebracht und wieder eingeschmolzen. Das Restöl wird entsorgt.

Während fünf Tage die Woche in einem Dreischichtbetrieb Aufträge auf dem Leitsystem ausgeführt werden, nimmt sich Berghoff Mechanical Engineering zudem parallel die Zeit, gemeinsam mit dem Kunden Fertigungsstrategien und Prototypen zu entwickeln. „In Altdorf wird nicht nur produziert und gefertigt, man geht mit dem Kunden zudem sehr stark in die Fertigungstiefe“, erklärt Falk Al-Omary, Pressesprecher der Berghoff Gruppe.

Die Fertigungsstrategie gelingt dabei Schritt für Schritt, indem beispielsweise ein Funktionsmuster erst in Form von Aluminium bearbeitet wird, um zu prüfen, ob die Planung mit den Werkzeugen überhaupt möglich ist.

Im Anschluss wechselt man mehr und mehr ins Titan, konstruiert eine Spannvorrichtung, ändert sogar das Design, unter Umständen mehrmals. Bis zu zwei Jahre kann der Durchlauf eines bestimmten Teils dauern, bis sowohl der Kunde als auch Berghoff mit dem Ergebnis zufrieden sind. Dass die Chemie zwischen dem Schweizer Werk und dem deutschen Unternehmen stimmt, zeigt die gemeinsame Innovationsbereitschaft. Es wäre ein Fehler, das Werk auf die Großteilebearbeitung und auf das „Grobe“ zu reduzieren. Der Fokus liegt nicht nur auf der beeindruckenden Großteilebearbeitung, man legt zudem großen Wert darauf, gemeinsam mit dem Kunden besser zu werden. „Wir arbeiten daran, verstärkt mit dem Kunden in die Produktentwicklung einzusteigen. Themen wie andere Materialien oder die Änderung bestimmter Toleranzen, mit denen Kunden Geld einsparen können, rücken vermehrt in den Fokus“, ergänzt Al-Omary.

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