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Energiemanagement

Härterei gewinnt mit Gaszählern präzise Analysedaten

| Redakteur: Claudia Otto

Um ihren Gasverbrauch genauer dokumentieren zu können, hat eine Härterei aus Niedersachsen ihre Öfen mit elektronischen Gaszählern ausgestattet. Mit den neuen Zählern können jederzeit exakte Werte abgerufen werden. Zudem wird die Wirkung von Effizienzmaßnahmen damit überprüfbar.

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Mit Erdgas befeuerte Ofenanlagen zählen zu den wichtigsten Produktionsmitteln der Hanomag-Lohnhärtereibetriebe.
Mit Erdgas befeuerte Ofenanlagen zählen zu den wichtigsten Produktionsmitteln der Hanomag-Lohnhärtereibetriebe.
(Bild: Hanomag)

Energiewende, Energiesparverordnung (EnEV), Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – der Strombereich war der Vorreiter in Sachen Effizienz, Einsparungen und Ökologie. Doch auch bei anderen Energieträgern wie Öl und Gas sucht die Industrie inzwischen verstärkt nach Optimierungspotenzialen. Für ein funktionierendes Energiemanagement – ganz zu schweigen von staatlichen Subventionen – ist allerdings ein umfassender Datenbestand erforderlich, um eventuelle Einsparmaßnahmen überhaupt bewerten zu können. Wo bisher grob geschätzt wurde, muss jetzt der konkrete Verbrauch einzelner Anlagen festgestellt werden.

Win-Win-Situation für Industriebetriebe und Umwelt

Die Unternehmensgruppe Hanomag Lohnhärterei, eine der führenden Härtereien Deutschlands, hat daher vor Kurzem ihre Öfen mit speziellen Gaszählern ausgerüstet, mit denen die notwendigen Werte je nach Situation ermittelt werden können, vom stündlichen bis zum Wochenbedarf. Die Möglichkeiten, die sich durch die exakte Messung ergeben, schaffen eine Win-Win-Situation für Industriebetriebe wie für die Umwelt, denn jeder eingesparte Kubikmeter Gas verringert nicht nur die Prozesskosten, sondern auch den CO2-Ausstoß.

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Gasverbrauch bisher nicht für die einzelnen Öfen erfasst

Wärmebehandlungen von Stahl- und Aluminiumbauteilen sind die Kernkompetenz der Lohnhärtereibetriebe Hanomag in ganz Deutschland: Durch spezifische Erhitzungs- und Abkühlungsverfahren werden an den verschiedenen Standorten der Gruppe nach Kundenvorgaben genau definierte Materialeigenschaften erzeugt. Mit Erdgas befeuerte Ofenanlagen zählen daher zu den wichtigsten Produktionsmitteln, ihr Gasverbrauch wurde jedoch bislang nicht einzeln gemessen.

„Stattdessen wurde der Gesamtverbrauch anhand eines internen Verteilungsschlüssels auf die verschiedenen Öfen aufgeteilt“, berichtet Dipl.-Ing. Jens Kristian Baum, Leiter der Abteilung Anlagentechnik und Planung bei der Hanomag Härtecenter GmbH. Als die Gruppe entschied, ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einzuführen, wurde diese gängige Praxis allerdings zum Problem, da sich nicht nachweisen ließ, ob der Verteilungsschlüssel die tatsächlichen Werte widerspiegelte. „Maßnahmen zur Energieeinsparung konnten vorher nur abgeschätzt werden.“

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