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Absturzsicherung Individuell gesichert in luftiger Höhe

| Autor / Redakteur: Michael Podschadel / M.A. Frauke Finus

Bei der Fertigung von großen Produkten oder Maschinen müssen Mitarbeiter oft fernab des sicheren Bodens arbeiten. Ein Absturz kann bereits aus nur 1 m Höhe schmerzhafte Verletzungen nach sich ziehen. Auf die individuellen Anforderungen eines Unternehmens zugeschnittene Absturzsicherungen können solche Unfälle vermeiden.

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Beide Hände frei – über dem Kopf montierte Absturzsicherung stört nicht bei der Arbeit.
Beide Hände frei – über dem Kopf montierte Absturzsicherung stört nicht bei der Arbeit.
(Bild: ABS Safety)

Mitarbeiter schützen, ohne die betrieblichen Abläufe zu bremsen. Das ist die große Herausforderung einer zeitgemäßen Arbeitssicherheit, die nicht auf Kosten der Produktivität geht. Für Unternehmen heißt das ganz konkret, dass Sicherheitslösungen sich gut in die bestehenden Strukturen einfügen müssen; dass die Mitarbeiter ihrer Arbeit weiter ungehindert oder vielleicht sogar effizienter nachgehen können; und dass bei der Errichtung neuer Schutzvorrichtungen nach Möglichkeit der Betrieb nicht allzu lange pausiert. In der industriellen Absturzsicherung von Personen ist diese Herausforderung augenfällig, weil hier oftmals große und komplexe Konstruktionen erforderlich sind. Wie sie sich unkompliziert integrieren lassen, zeigt der nachfolgende Beitrag.

Höchste Gefahr bei geringster Höhe

Ein alltägliches Problem: Bei einem großen Maschinenbauer aus Süddeutschland werden schwere Heizkessel für die Industrie gefertigt. Zu den typischen Arbeitsschritten an der Produktionsstraße zählt auch, dass die Mitarbeiter sich oben auf den Kessel bewegen. Dabei müssen sie sich gegen Absturz sichern. Die eher geringe Falltiefe ist dabei durchaus kein Vorteil, sondern bedeutet ein zusätzliches Risiko. Denn erstens liegt die Unfallrate bei geringen Falltiefen zwischen einem und zwei Metern laut Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung am höchsten (DGUV Arbeit & Gesundheit BASICS: Absturzsicherungen, 2015) – Mitarbeiter neigen eher zu unvorsichtigem Verhalten, wenn ihnen die Falldistanz nicht als sonderlich groß erscheint. Zweitens ist eine Sicherung bei geringen Falltiefen schwieriger: Ist nämlich kein Schutzgeländer vorhanden, kann man dem Risiko eines Pendelsturzes und Aufschlags fast nur mit einem über dem Kopf monierten System Herr werden. In Verbindung mit einem Höhensicherungsgerät nach DIN EN 360 fängt ein solches System den Stürzenden, bevor er auf den Boden trifft.

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Für den Kesselbauer war die Montage einer Absturzsicherung über dem Kopf aber nicht so ohne weiteres möglich. Zwischen Decke und Fertigungsstraße fahren auf zwei Ebenen Kranbahnen fast durch die gesamte Halle. Die Decke kam als Montagefläche also nicht infrage. Alternativ wurde erwogen, entlang der Straße Auslegersysteme aufzustellen.

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