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Servotechnik Kontaktfedern produktiver herstellen und Rüstzeiten sparen

| Autor / Redakteur: Vinzenz Hörmann / Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Auf einem neuen Servo-Produktionssystem fertigt ein Federnhersteller aus Kernen im Remstal seit kurzem hochpräzise Kontaktfedern und Blattfedern für Motorsensen. Durch den Umstieg auf die Servotechnik eröffnet sich das schwäbische Traditionsunternehmen neue Fertigungsperspektiven.

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Die auf der BNC 4 gefertigten Bauteile für die Motorsense.
Die auf der BNC 4 gefertigten Bauteile für die Motorsense.
(Bild: Bürkle/ Bihler )

Alle, die gerne in der Grünpflege arbeiten, lieben den Duft von frisch gemähtem Gras. Und wenn der Freischneider den Wildwuchs ruck zuck beseitigt und endlich wieder Licht ins Unterholz fällt, dann macht die Arbeit doppelt Spaß. Einen entscheidenden Beitrag zu diesem Glücksgefühl leisten kleine technische Federn der Reinhold Bürkle Technische Federn GmbH. In Motorsensen eines namhaften deutschen Herstellers dienen sie am Griff zur Betätigung von Schaltern zur Steuerung der Sense und zur Absicherung von Sicherheitsfunktionen. Unscheinbar, aber enorm wichtig verlangen diese Kleinteile höchste Präzision bei ihrer Fertigung.

Bisher stellte Bürkle die Kontaktfedern und Blattfedern auf einem MRP-Automat Typ UB3B her. Die mechanische Maschine war in die Jahre gekommen und man suchte nach einer modernen, leistungsstarken Alternative. „Mit der servogesteuerten BNC 4 von Bihler haben wir die richtige Maschine gefunden. Das bestehende MRP-Werkzeug haben wir vor Produktionsstart einfach auf die Bihler-Maschine adaptiert und optimiert und konnten sofort doppelt so viele Federn in konstant hoher Qualität produzieren“, freut sich Friedrich Ebner, Technischer Leiter bei Bürkle.

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Spezialisiert hat sich das über 50-jährige Familienunternehmen neben technischen Federn auf die Fertigung von Stanzbiegeteilen, Drahtbiegeteilen und Stanzteilen – meist in Losgrößen zwischen 5000 bis 1 Mio. Teilen.

Mit der Bihler-Servotechnik und den hohen Taktraten der BNC 4 bis 300 1/min. schaffen sich die Kerner jetzt neue Fertigungsmöglichkeiten. „Wir können die Lose jetzt bedarfsorientiert und viel schneller abarbeiten. Daneben erlauben uns die servogesteuerten Antriebe der BNC 4 viel Bearbeitungsfreiheit und gewährleisten die erforderliche hohe Präzision“, erklärt Friedrich Ebner.

Arbeitshub, Arbeitslage und das Bewegungsprofil lassen sich über den gesamten Arbeitsbereich frei programmieren. Dadurch wird der verwendete rostfreie Federstahl 1.4310 (Festigkeit F1500-1700 N/mm²) an jeder Station mit optimaler Geschwindigkeit bearbeitet. Das erhöht die Produktqualität, die Prozesssicherheit und die Standzeiten des Werkzeugs erheblich.

Output verdoppelt und Rüstzeiten auf ein Drittel reduziert

Dank der sehr kurzen Rüstzeiten der BNC 4, die sich im Gegensatz zur MRP-Maschine auf ein Drittel reduziert haben, lassen sich auch mal kleinere Serien zwischendurch profitabel fertigen. „Die Maschine gibt uns hier viel Sicherheit, weil die Rüstzeiten sehr genau planbar sind“, erklärt Friedrich Ebner.

Das verschafft dem Unternehmen eine enorme Flexibilität in der Auftragsbearbeitung bei gleichzeitig geringeren Lagerkosten. Zudem kann Bürkle jetzt auch deutlich günstigere Angebote abgeben und seine Wettbewerbsposition im Markt weiter stärken. „Die servogesteuerte Bihler-Anlage schafft beim Kunden Vertrauen und hilft uns schon heute, neue Aufträge erfolgreich zu generieren.“

Auch in puncto Steuerung hat sich die Produktionswelt bei Bürkle vereinfacht. „Die Bihler-VariControl VC 1 erlaubt eine intuitive Bedienung unserer BNC-Maschine“, erläutert Ebner. „Das Online-Diagnose und Hilfesystem „Bassist“ unterstützt unseren Maschinenbediener mit Hilfefunktionen wie Videoclips, Info-Texten, Betriebsanleitungen, Bildern und Grafiken. Diese können wir je nach Bedarf auch selbst einfach einpflegen. Die integrierte Fernwartungslösung garantiert sehr kurze Reaktionszeiten und professionellen Support vom Bihler-Hotline-Team.“

Hohe Flexibilität in der Auftragsbearbeitung

Entscheidend für den erfolgreichen Umstieg auf die Servotechnik war auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit während des gesamten Projekts. Darüber hinaus erhielten die Mitarbeiter von Bürkle eine intensive Schulung im Bihler-Trainingscenter in Halblech. Im Fokus standen allgemeine Grundlagen in der Bihler-Servotechnik und der Maschinen- und Prozesssteuerung VC 1 wie zum Beispiel die Programmierung werkzeugspezifischer Applikationen. Der finale Werkzeugaufbau auf die BNC 4 zusammen mit den Experten von Bihler rundete die praxisorientierte Schulung ab.

Die Geschäftsführerinnen Antje Bürkle-Ebner und Sibylle Bürkle-Wilhelm werfen einen Blick in die Zukunft: „Wir sind begeistert von den Möglichkeiten der Bihler-Servotechnologie. Deshalb planen wir, weitere Artikel aus anderen Branchen wie beispielsweise der Automobilindustrie oder der Textilbranche auf diese Maschine zu verlagern oder neu zu erstellen.“

Bihler auf der Euroblech 2016: Halle 27, Stand E104

Weitere Meldungen zur Euroblech finden Sie in unserem Special.

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