Lasertechnik

Laserbeschriftung wertet Kreismesser auf

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Um die Vielzahl der Messer mit ihren verschiedenen Beschriftungen zu bewältigen, hat der Maschinenbauer einen Dual-Core-Industrie-PC eingesetzt, auf dem eine Soft-SPS und die Beschriftungssoftware laufen. Die SPS bietet die Möglichkeit, 10000 Produkte in übersichtlichen Bedienbildern zu verwalten.

Diodengepumpter Festkörperlaser in der Beschriftungsanlage

Herzstück der Beschriftungsanlage ist ein diodengepumpter Festkörperlaser von ACI mit 12 W, der im Pulsbetrieb gefahren wird. Das Besondere des Nd:YAG-Lasers ist die Integration aller optischen, elektronischen und mechanischen Komponenten in einem Gehäuse. Die integrierte thermoelektrische Kühlung erspart platzraubende und wartungsintensive Versorgungs- und Kühleinheiten.

In der Maschine muss der Laser ein Beschriftungsfeld von 180 mm × 180 mm bearbeiten. „Je nach Dicke des Werkstücks erfolgt vom Programm aus eine automatische Höhenverstellung des Lasers, um immer den richtigen Fokusabstand zu haben“, erklärt Udo Bäcker.

Damit ein gleichzeitiges Be- und Entladen der Beschriftungsanlage möglich ist, wurden zwei getrennte, mit automatischen pneumatischen Schutztüren versehene Bereiche geschaffen. In denen befinden sich je ein Rohteil- und ein Fertigteilmagazin.

Knickarmroboter positioniert Kreismesser für die Laserbeschriftung

Der Knickarmroboter mit einer Traglast von 5 kg entnimmt ein Kreismesser aus dem Magazin und fährt es über die Ausrichtstation. Dort wird die Position von Nebenlöchern oder Nuten erfasst. Dann legt der Roboter das so ausgerichtete Werkstück auf einen Rundschalttisch, der es in die Laserkabine schwenkt.

Als Unterlage für das Kreismesser dient ein Moosgummistreifen. „Damit wird ein Verrutschen verhindert und wir benötigen keine verschiedenen Aufnahmen“, weist Anlagenexperte Bäcker auf ein kleines, aber wirkungsvolles Detail hin. Für die unterschiedlichen Messergrößen stehen drei Sauggreifer zur Verfügung.

Ein weiteres Feature ist, dass der Laser nach dem Beschriften die Bauteile von Schmauchspuren reinigt. Es ist daher keine Nacharbeit mehr erforderlich.

Korrosion wird trotz Laserbeschriftung vermieden

Getüftelt hat Udo Bäcker gemeinsam mit den ACI-Experten auch, um das Problem Korrosion in den Griff zu bekommen. Weil durch den Laser das Gefüge der unbeschichteten Werkstücke geschädigt wird, ist Rost normalerweise nicht zu vermeiden. „Doch wir haben durch die richtige Wahl der Prozessparameter am Laser gezeigt, dass es auch ohne Korrosion geht“, will Bäcker jedoch nicht die Einzelheiten verraten. Und in aufwändigen Salzsprühtests in der eigenen Anlage bei von den Steinen konnte das Ergebnis belegt werden.

Seit Februar dieses Jahres läuft die Laserbeschriftungsanlage. „Seither können wir diese Dienstleistung unseren Kunden anbieten und haben damit ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche“, sagt Markus Busch, Bereichsleiter Vertrieb und Technik bei von den Steinen. Die Abnehmer sehen in der Beschriftung inzwischen eine Aufwertung ihres Produkts und der Service wird verstärkt angenommen. „Wir haben eine um etwa 10% gestiegene Nachfrage“, freut sich Busch.

„Der Laser ermöglicht dabei individuell gestaltete Beschriftungen, ob Artikel-Nummern, Logos oder Hinweise zum Nachschleifen“, verweist das Mitglied der Geschäftsführung auf die Freiheiten. Der zügige und erfolgreiche Abschluss des Projekts beruhte auf einer intensiven, partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Unternehmen, die auch über den Projektabschluss hinaus weiter besteht. Die Beschriftungsanlage ist bei von den Steinen ein wichtiger Baustein bei der Neuausrichtung im Bereich Dienstleistung und Service.

(ID:276673)