Rohstoffknappheit Lieferknappheit bei Kunststoffprodukten hat Talsohle erreicht

Redakteur: Peter Königsreuther

Fehlende Rohstoffe und horrende Preissteigerungen belasten nach wie vor die Glieder der Lieferkette für Kunststoffprodukte, sagt der IK. Momentan scheint es immerhin nicht schlimmer zu werden.

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Rückblick und aktuelle Situation in Sachen Lieferfähigkeit von Unternehmen aus der Kunststoffverpackungs-Branche. Die erbrachte eine Blitzumfrage der IK.
Rückblick und aktuelle Situation in Sachen Lieferfähigkeit von Unternehmen aus der Kunststoffverpackungs-Branche. Die erbrachte eine Blitzumfrage der IK.
(Bild: IK)

Die in der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. organisierten Unternehmen melden nach Aussage des Vereins, dass man nach allem Gegenwind, nun wenigstens ein Negativ-Plateau erreicht hat. Bessere Nachrichten gibt es seitens der Hersteller von Kunststoffverpackungen leider nicht“, merkt IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann zu dieser IK-Blitzumfrage an. Nach Aussage der Befragten, sind Liefer- und Produktionsprozesse im Vergleich zu Anfang April leider stärker eingeschränkt. Für die nächsten drei Monate prognostizieren die beteiligten Unternehmen jedoch immerhin eine Seitwärtsbewegung – wenn auch auf einem sehr niedrigen Niveau.

So baut sich gemäß IK-Umfrage die Erwartungshaltung bezüglich der Rohstoffverfügbarkeit von Kunststoffen für die Verpackungsunternehmen auf.
So baut sich gemäß IK-Umfrage die Erwartungshaltung bezüglich der Rohstoffverfügbarkeit von Kunststoffen für die Verpackungsunternehmen auf.
(Bild: IK)

Diese Einschätzung korrespondiert nach Aussage von Engelmann mit einer tendenziell abnehmenden Anzahl an Force-Majeure-Meldungen und der damit verbundenen Hoffnung auf zusätzliche Kapazitäten in der Kunststofferzeugung. Der Verband der Kunststoffhersteller Plasticseurope Deutschland geht aber von einer angespannten Versorgungslage noch bis Ende diesen Jahres.

Engagement und Flexibilität haben Schlimmeres verhindert

„Sorgen bereitet unseren Mitgliedern die Preisexplosion innerhalb nur weniger Monate“, führt Engelmann weiter aus. Die Preise für die Polyolefine LDPE und LLDPE haben demnach seit Jahresbeginn im Schnitt um 60 Prozent zugelegt. Bei EPS (expandierbares Polystyrol) sieht es nicht viel besser aus. Alle anderen Kunststoffsorten haben sich im Mittel auch über 50 Prozent verteuert, heißt es weiter. „Derartige Preissteigerungen atmet die überwiegend mittelständisch geprägte Industrie nicht einfach weg“, kommentiert Engelmann. Dass die Versorgung mit hygienisch verpackten Produkten überwiegend gesichert werden konnte, ist zu großen Teilen dem Engagement und der Flexibilität der Partner in den Wertschöpfungsketten und der gemeinsamen Suche nach Auswegen zu verdanken, macht der IK-Geschäftsführer klar.

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