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Fraunhofer IPK, Contact Mangel an Transparenz bei Zusammenarbeit in der Produktentwicklung

| Redakteur: Stefanie Michel

Kollaborative Produktentwicklung ist heute selbtverständlich – theoretisch. Doch wie eine Studie des Fraunhofer IPK, Contact Software und VDI zeigt, stehen Unternehmen hier noch vor großen Herausforderungen, denn die Zusammenarbeit ist oft intransparent.

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(Bild: Fraunhofer IPK )

In der Produktentwicklung ist Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg vielschichtig und facettenreich. In der industriellen Praxis ist sie zum Tagesgeschäft geworden, aber ihre effiziente Umsetzung ist gleichzeitig auch eine der großen Herausforderungen heutiger Produktentwicklungsprojekte. Zu diesem Schluss kommt eine Expertenstudie des Fraunhofer IPK, der Contact Software GmbH und des VDI e.V., die den Fokus auf die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Produktentwicklung richtet. Ziel der Studie war es, ein Zukunftsbild der Kollaboration über Unternehmensgrenzen hinweg zu skizzieren und dabei speziell auf die Erfahrungen von 40 Experten aus unterschiedlichen Branchen und Fachrichtungen einzugehen.

Zusammenarbeit bald auch in anderen Phasen des Produktlebenszyklus

Deren Einschätzung: Die überbetriebliche Kollaboration wird weiter zunehmen. Die Entwicklungsnetzwerke – wie die zu entwickelnden Produkte – werden komplexer, die Funktionsintegration nimmt zu und die resultierenden Anforderungen an die IT-Unterstützung werden anspruchsvoller. Dabei bestätigen über 80 % der befragten Experten, dass die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in Entwicklungsprojekten intransparent ist. Eine besonders wichtige Erkenntnis ist zudem: Die Experten gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit zukünftig nicht mehr nur die Entwicklung, sondern auch andere Phasen des Produktlebenszyklus betreffen wird. Das hat zur Konsequenz, dass Partner im Unternehmensnetzwerk etwa für Serviceleistungen während der Produktnutzung stärker als bisher integriert werden müssen und mehr Verantwortung als Systementwickler und -lieferanten übernehmen sollten.

Im Rahmen der Studie wurden die Experten zu Best Practices und Showstoppern in Koordination, Kommunikation, Wissensintegration und Informationslogistik befragt. Zudem wurde ihre Einschätzung zum künftigen Einsatz von IT-Technologien in der Produktentwicklung erfasst. Die Zukunft der Kollaboration wurde dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewertet und die Erwartungen der Experten bezüglich der Häufigkeit von Kollaborationen, der Dauer und möglicher Zusammenarbeitsmodelle ermittelt.

Frühere Studie analysierte Kollaborationsprozesse und -aufgaben

Bereits 2013 hatten das Fraunhofer IPK, Contact und der VDI in der Studie „Kollaborative Produktentwicklung und digitale Werkzeuge – Defizite Heute – Potenziale Morgen“ Fakten über die Arbeitssituation, die Kollaborationsprozesse, den Werkzeugeinsatz und Zukunftsideen veröffentlicht. Dabei wurden die Kollaborationsprozesse, -aufgaben und Funktionen sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch über die Unternehmensgrenzen hinweg analysiert. Die nun vorliegenden Ergebnisse schärfen die Sicht auf die Herausforderungen, mit denen Unternehmen sich in der kommenden Dekade in der überbetrieblichen Zusammenarbeit auseinander setzen müssen.

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