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Self-Service-Datenanalyse

Mehr Werte aus Daten schöpfen

| Autor/ Redakteur: Henrik Jorgensen / Melanie Krauß

Daten können Gold wert sein, wenn Unternehmen sie im Zuge der Digitalisierung richtig einsetzen und wirtschaftlich nutzen. Die Kunst der Datenauswertung beherrschen meist nur wenige – und die sind chronisch überlastet. Die Zeit ist reif für Self-Service-Analysen, die Daten für viele Anwender nutzbar machen.

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Bei der Self-Service-Datenanalyse sparen Mitarbeiter sich den Umweg über die IT. Stattdessen können sie selbstständig auf die Daten zugreifen, die sie benötigen, um ihre Entscheidungen treffen.
Bei der Self-Service-Datenanalyse sparen Mitarbeiter sich den Umweg über die IT. Stattdessen können sie selbstständig auf die Daten zugreifen, die sie benötigen, um ihre Entscheidungen treffen.
(Bild: Tableau Germany GmbH)

Wie rentabel sind unsere Produkte und Dienstleistungen? Bei welchen Lieferanten haben wir die meisten Reklamationen? Was macht Angebote attraktiv für Neukunden? Und wie effizient sind unsere Service-Prozesse? Antworten auf Fragen wie diese können über die Zukunft von Unternehmen entscheiden. Die gute Nachricht: Die meisten Unternehmen verfügen bereits heute über die Daten, um diese Fragen zu beantworten. Nur haben häufig genau die Mitarbeiter, die die Fragen stellen, nicht die Möglichkeit, die Antworten aus den vorhandenen Daten ziehen.

Eine aktuelle Umfrage von IDG Research im Auftrag von Tableau ergab, dass heute gerade einmal in 14 % der Unternehmen Mitarbeiter relevante Informationen selbst aus den Daten gewinnen und nutzen. Denn in den meisten Unternehmen verfügen nur IT-Mitarbeiter oder BI-Experten über die nötigen Tools und Fähigkeiten, um Daten effektiv zu analysieren. Und das, obwohl 43 % der Befragten in der Studie glauben, dass die Fähigkeit, Daten zu analysieren, in den nächsten fünf Jahren „sehr wichtig“ wird. Mit einem Self-Service-Ansatz, bei dem möglichst viele Mitarbeiter in den Fachabteilungen ihre Daten selbst analysieren, lassen sich die darin enthaltenen Informationen rasch auswerten und in geschäftsfördernde Erkenntnisse umwandeln.

Erkenntnisse schneller gewinnen und nutzen

Self-Service-Analytics sind der Schlüssel, um schneller mehr aus den Unternehmensdaten zu machen. Dabei können Fachabteilungen ihre Daten mit modernen, einfach zu bedienenden Tools selbst auswerten. Das hat gleich mehrere Vorteile für sie:

  • Zum einen liegen datenbasierte Erkenntnisse schneller vor, da nicht erst eine zeitaufwändige Abfrage in der IT-Abteilung erfolgen muss. Sie können also auch schneller geschäftsfördernde Maßnahmen daraus ableiten.
  • Zum zweiten können Entscheidungen auf Basis von Daten schneller getroffen werden, wo man früher lange auf Auswertungen warten oder sich auf sein Bauchgefühl verlassen musste.
  • Wenn Fachanwender Daten selbst analysieren, entlasten sie außerdem die BI-Experten. Diese haben mehr Kapazität, um komplexere Auswertungen auszuführen und die Datenqualität allgemein zu verbessern.
  • Darüber hinaus können die Spezialisten Fachanwender besser beraten, Wissen vermitteln und einen kuratierten Datenpool bereitstellen, aus dem die Kollegen künftig selbständig für neue Analysen schöpfen können.

Auf dem Weg zum datengetriebenen Unternehmen

Die gesamte Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass mehr Erkenntnisse zu neuen Fragen und diese wiederum zu neuen Erkenntnissen führen. Für Unternehmen bedeutet das: Mehr Kompetenz im Umgang mit Daten stößt datengetriebene Prozesse an, die ihrerseits die gesamte Unternehmenskultur prägen. Wer täglich vorhandene Daten auswertet, um fundierte Entscheidungen zu treffen, wird bald neue Fragen stellen und zusätzliche Daten auswerten, um weitere Aufgaben auf Basis neuer Erkenntnisse zu lösen. So entsteht eine Kultur der Neugier und Begeisterung für Neues.

Die passende Plattform wählen

Eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Self-Service-Ansatz ist die Ausstattung mit den richtigen Tools. Jedes Unternehmen stellt andere Anforderungen an Datenanalyse-Tools. Darüber hinaus sind für unterschiedliche Fragestellungen verschiedene Verfahren der Aufbereitung von Analyseergebnissen nötig. Self-Service-Analytics gelingt mit Business-Intelligence-(BI-)Anwendungen, die auch von Mitarbeitern außerhalb der IT ohne große Vorkenntnisse genutzt werden können.

Idealerweise können sich Anwender aus verschiedenen Analyse-Funktionen ihren eigenen Mix zusammenstellen. Außerdem sollten sie über eine Plattform auf verschiedene Datenquellen zugreifen können. Denn viele Erkenntnisse ergeben sich erst aus der Verknüpfung unterschiedlicher Arten von Daten. Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang für viele Unternehmen die Möglichkeit, Datenquellen auf der Grundlage von Geodaten zu kombinieren. Sie verknüpfen beispielsweise Stadtteile mit Lieferdaten, um Logistikprozesse zu optimieren. Die Verknüpfung mehrerer Datenquellen miteinander wirkt zudem der Entstehung von Datensilos entgegen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl einer geeigneten Analyseplattform ist die Flexibilität der Dashboards, mit denen die Fachanwender ihre Daten interaktiv entdecken können. Und je besser die Formatierungswerkzeuge der Plattform mobile Dashboards unterstützen, desto leichter können Anwender die für sie relevanten Informationen auch unterwegs nutzen.

Verbindliche Standards etablieren

Der Nutzen von Self-Service-Analytics hängt nicht allein von der eingesetzten Lösung ab. Entscheidend für den Erfolg ist vor allem die Qualität der Daten. Hier kann moderne Technologie helfen, indem sie die Datenerfassung und -aufbereitung automatisiert und so Fehlerrisiken minimiert. Für ein datengetriebenes Unternehmen geht es jedoch um mehr. Es geht darum, Standards zu etablieren, wie es Daten erhebt, verarbeitet, schützt und auswertet.

Dazu gehört unter anderem auch eine verbindliche Regelung, welcher Mitarbeiter Zugriff auf welche Daten hat. Moderne Analytics-Anwendungen bieten dafür eine rollenbasierte Zugriffrechteverwaltung und Best Practices für die Umsetzung. Der wichtigste Erfolgsfaktor, wenn es darum geht, Self-Service-Analytics zum Standard für die Entscheidungsfindung und zum Bestandteil der Unternehmenskultur zu machen lautet jedoch: Vorleben durch die Führungskräfte.

* Henrik Jorgensen ist Country Manager DACH bei der Tableau Germany GmbH in 60322 Frankfurt am Main, Tel. 06 95 89 97 67 00, hjorgensen@tableau.com, www.tableau.com

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