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Das andere Szenario zielt auf die Konsolidierung heterogener CAD-Landschaften in der eigenen Kundenbasis ab. Es gibt zahlreiche Multi-CAD-Kunden, die neben Pro/Engineer Wildfire noch ein anderes System einsetzen. PTC möchte sie gerne davon überzeugen, dass es an der Zeit ist, auf Creo zu standardisieren, und stellt ihnen zu diesem Zweck kostenlose Konnektoren für das Öffnen und Importieren von Catia-, NX- und Solidworks-Modellen sowie den Import von CAD-Daten aus Autodesk Inventor und Solidedge zur Verfügung. Die Schnittstellen, die von einem Partner in den USA stammen, konvertieren die Daten ohne Umweg über ein Neutralformat in die Creo-Geometrie, sodass sie mit den Direktmodellierfunktionen in Creo Direct oder der Flexible Modeling Extension von Creo Parametric editiert werden können. „Ich bin absolut sicher, dass die importierte Geometrie hochpräzise sein wird, da wir direkt die nativen Formate verarbeiten“, sagt Campbell.
Wechsel von anderen CAD-Systemen ohne Datenmigration
Die Kombination der beiden Optionen ermöglicht es Unternehmen, ohne große Datenmigration auf Creo umzusteigen, wie Campbell weiter ausführt: „Die Kunden brauchen ihre Daten auch nicht zu revisionieren, nur weil sie das CAD-System wechseln. Sie können zum Beispiel eine Solidworks-Datei in ihrer aktuellen Revision so lange weiterverwenden und referenzieren, wie sie möchten. Erst wenn die Datei geändert werden soll, muss man sie konvertieren und bekommt eine neue Revision. Der Migrationsaufwand wird allerdings dadurch minimiert, dass nicht die komplette Baugruppe konvertiert werden muss, wenn der Kunde nur ein Bauteil ändern möchte.“ Campbell hat das Beispiel Solidworks nicht zufällig gewählt: PTC möchte vor allem den Solidworks-Anwendern an der Kundenbasis den Systemwechsel auf Creo 3.0 schmackhaft machen. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, hat der Software-Hersteller den Befehlsfinder erweitert, so dass Neulinge jetzt nicht nur nach den Pendants von Wildfire-Befehlen im Creo-Menü, sondern auch nach den entsprechenden Solidworks-Befehlen suchen können.
Bei der Konvertierung gehen Konstruktionshistorie und Features der Fremddaten natürlich verloren, was aber nach Einschätzung von Campbell kein wirkliches Problem darstellt. „Wenn man mit Kunden darüber diskutiert, wie wichtig ihnen die Features wirklich sind, stellt man fest, dass sie für 75 % eigentlich nur ein Hilfsmittel für die Konstruktion sind, das nach dem Modellaufbau kaum mehr gebraucht wird. Lediglich 25 % sagen, dass sie mit ihrer Hilfe die wahre Designabsicht in den Modellen abbilden.“ Für diese Fälle gibt es in Creo die Möglichkeit der nachträglichen Parametrisierung, mit der man „dummer“ Geometrie wieder Feature-Intelligenz einhauchen kann. Sie ist allerdings relativ aufwendig. Trotzdem investiert PTC nicht mehr in eine eigenständige Feature-Erkennung, sondern konzentriert sich darauf, die Funktionen für das direkte Modellieren intelligenter zu machen, um die Geometrie so einfach wie möglich ändern zu können: „Wir bringen immer mehr Cocreate-Expertise in Creo Direct und die Flexible Modeling Extension ein“, sagt Campbell.
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