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Aufenthaltsqualität wird ein wichtiges Thema
Im Sinne einer ganzheitlichen nachhaltigen Standortoptimierung spielen neben den technischen Maßnahmen auch soziale, ökologische und stadtplanerische Kooperationsprojekte eine wichtige Rolle. Maßnahmen wie zum Beispiel ein zentraler Dienstleistungspool gemeinsame Restaurations-, Veranstaltungs- und Präsentationsräume, flexible Kinderbetreuung, Einkaufsgemeinschaften für Waren des täglichen Gebrauchs – es gibt viele Möglichkeiten, von Synergieeffekten in den Gebieten zu profitieren.
Auch die Aufenthaltsqualität wird für nachhaltig denkende Unternehmer ein zunehmend wichtigeres Thema. Der Arbeitsplatz ist bereits ergonomisch und ansprechend gestaltet, doch wie sieht es eigentlich mit dem Umfeld vor der Haustür aus? Schließlich sind Gewerbegebiete Orte, die täglich von oft Tausenden Menschen frequentiert werden. Unternehmer, Mitarbeiter, Kunden, Handwerker – jeden Tag kommen Menschen aus unterschiedlichen Gründen in die Gebiete. Ein funktionales und ansprechendes Umfeld kann hier nicht nur für eine positive Wahrnehmung der Gewerbegebiete sorgen, sondern schafft einen unmittelbaren Mehrwert.
Ein zentraler Platz mit gemeinsamer Restauration bietet einen Treffpunkt, Grünflächengestaltung sorgt nicht nur für ein attraktives Arbeitsumfeld, sondern hilft, die großflächig versiegelten Wärmeinseln in den Gebieten zu entlüften. Von gemeinsamen Maßnahmen in den Bereichen erneuerbare Energien über flexible Kinderbetreuung bis hin zur Regenwassernutzung – denkbar sind standortbezogene Kooperationsprojekte in vielen Handlungsfeldern.
Klingt alles nach einer fernen Vision, doch es gibt bereits umfassende Erfahrungen mit der nachhaltigen Entwicklung von Industrie- und Gewerbegebieten. Bereits 2003 konzipierte Veronika Wolf das Konzept und die Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung von Industrie- und Gewerbegebieten und leitete die ersten Modellprojekte dazu, zuerst im Umweltministerium NRW mit dem Projekt „Nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung in NRW“ und anschließend das von der nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderte Projekt „Zero Emission Park – länderübergreifendes Modellprojekt zur Entwicklung von nachhaltigen Industrie- und Gewerbegebieten in Deutschland“.
Hier wurden erstmals wissenschaftlich und stark praxisorientiert die Potenziale für eine ganzheitlich nachhaltige Entwicklung von Gewerbegebieten durch unternehmensübergreifende Kooperationen analysiert und in vier Gewerbegebieten bundesweit erprobt. Das dort entwickelte Handlungsmodell ist heute bereits Grundlage verschiedener Initiativen, Forschungs- und Revitalisierungsprojekte. Vermehrt schließen sich Unternehmer in Vereinen zusammen und Ministerien starten Forschungsprojekte.
Unterstützung gibt es auch vom Bundesumweltministerium
Auch bei der Wirtschaftsförderungen steht die Bestandspflege der Gewerbegebiete aktuell hoch im Kurs. Ferner unterstützt das Bundesumweltministerium seit diesem Jahr Städte und Gewerbegebiete mit der Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzeptes für Industrie- und Gewerbegebiete sowie ein anschließendes Klimaschutzmanagement durch Fördermittel der nationalen Klimaschutzinitiative.
Die Revitalisierung der bestehenden Gewerbegebiete ist eine der entscheidenden Zukunftsaufgaben auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Dabei entstehen aus Kooperation neue Perspektiven für die Standorte.
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