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Präzisionsdrehen

Neue Spann- und Drehsysteme knacken harte Mikrometer-Nüsse

| Autor/ Redakteur: Martin Werner / Peter Königsreuther

Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe. Und Mühe machte bis dato auch die hoch präzise Drehbearbeitung im „µ“-Bereich. Schaublin zeigt nun, wie man extrem genaue Drehteile so fertigen kann, dass die Mühe mit dem „µ“ deutlich nervenschonender, zeitsparender und lukrativer wird.

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Drehen, Schleifen, Bohren, Fräsen und mehr gelingt mit 12 Werkzeugplätzen auf dieser Maschine mit dem Sauter-Revolverkopf: Die flexibel einsetzbare Drehmaschine des Typ „302“ von Schaublin zeigt in Kombination mit dem Runout Adjustment System (SRS), mit dem Schaublin-Spannzangen leicht, fehlerfrei und hochgenau eingestellt werden können, wie man im Mikrometerbereich erfolgreich komplexe Drehteile fertigen kann.
Drehen, Schleifen, Bohren, Fräsen und mehr gelingt mit 12 Werkzeugplätzen auf dieser Maschine mit dem Sauter-Revolverkopf: Die flexibel einsetzbare Drehmaschine des Typ „302“ von Schaublin zeigt in Kombination mit dem Runout Adjustment System (SRS), mit dem Schaublin-Spannzangen leicht, fehlerfrei und hochgenau eingestellt werden können, wie man im Mikrometerbereich erfolgreich komplexe Drehteile fertigen kann.
(Bild: Schaublin)

Die Begriffe Mikro und Nano haben durch Shampoos, Salben, kratzfeste Pfannenoberflächen und viele andere Konsumprodukte wegen des Einsatzes kleinster Partikel auch im Alltagsleben Einzug gehalten. Und im industriellen Produktionsalltag wird immer häufiger das „µ gespalten“ und als Vorgabe für sehr hohe Präzision etwa in Oberflächengüten und Rundlauf angegeben.

Liest sich die offizielle Definition des „µ“ bei Nachschlagewerken noch eher trocken, schmunzelt man hingegen bei der Erklärung eines Chemielehrers, um den Schülern diese Mikroeinheit zu visualisieren: „Wäscht man sich die Hände mit Seife, dann sieht man nach dem Abtrocknen die Seife nicht mehr, aber riechen kann man sie. Sie ist also noch da – quasi als Film in Mikrometerstärke.“

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Gedrehte Hochpräzisionsbauteile liegen im Trend

So ist das „µ“ als Präzisionseinheit – was vor wenigen Jahren noch weitestgehend Zukunftsmusik war – zur alltäglichen Herausforderung auch in der industriellen Produktion geworden. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Hochpräzisionssystemen zum Herstellen von Bauteilen und Komponenten durch Drehprozesse beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, im Automotive-und Maschinenbau oder in der Medizin- und Elektronikbranche, stetig an. Maschinenbauer als Zulieferer sind folglich in Sachen Präzision stärker dazu angehalten, ihre Hausaufgaben zu machen. Denn beste Oberflächengüten – aber auch Schnelligkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz bei der Herstellung – sind entscheidende Faktoren, bei denen der Anwender heute keine Abstriche machen will.

Die alltägliche Mikrometer-Herausforderung meistern

Der Maschinen- und Spannmittelhersteller Schaublin stellt der industriellen Fertigung Lösungen bereit, mit dem Anwender keine Müh’ mit dem „µ“ haben. Ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg eines Produkts ist laut Schaublin mehr denn je die darin liegende Präzision, garantiert durch eine geeignete Bearbeitung. Das Teilespektrum reiche dabei von der hochfeinen Einspritzdüse bis hin zu extrem genauen Elektronik-, Medizin-, Schmuck-, Uhren- und Optikkomponenten – die zulässigen Toleranzen würden immer geringer und noch erduldete Rautiefen liegen bereits im Mikrometerbereich.

Die hochpräzise Allround-Drehmaschine

Präzision liefert Schaublin seit über 100 Jahren. Und zwei Unternehmen – Schaublin Machines SA aus Bévilard (Maschinenbau) sowie Schaublin SA in Delémont (Spannmittel) – haben sich am Markt einen renommierten Namen erarbeitet. Seit 2002 treten beide Experten für den deutschen Markt über die Schaublin GmbH auf. In der deutschen Niederlassung in Langenselbold wird so das bestehende Fertigungs-Know-how gebündelt. Dort befindet sich auch ein Maschinenvorführraum sowie das zentrale Schaublin-Spannmittellager mit mehreren Tausend sofort verfügbaren Spannzeugen und Spannzangenhaltern für deutsche Abnehmer.

Ein Beispiel ist die neu entwickelte Drehmaschine „302“. Sie kombiniert Anwendungsflexibität mit kompakter Bauform (L × T × B = 1734 mm × 1007 mm × 1590 mm). Die „302“ hat bietet mit Spannzange W20/W25 einen maximalen Stangendurchlass von 14,5 mm beziehungsweise 19 mm. Der Drehdurchmesser beträgt bis zu 200 mm. Die nutzbare Drehlänge (mit Spannzangen) misst 200 mm. Die Spitzenhöhe über dem Schlitten wird mit 40 mm beziffert. Die Präzisionsmotorspindel der „302“ ist in den Versionen W20 oder W25 erhältlich. Optional gibt es eine pneumatische Einspannvorrichtung. Alle Schaublin-Spannzangen der Ausführung W20 oder W25 können deshalb in dieser Maschine verwendet werden.

Spannzangen leicht, sowie ohne Taumel- und Rundlauffehler einstellen

Maßstäbe in der Hochpräzisionsbearbeitung setzen nicht zuletzt die Spannmittel von Schaublin, denn um komplexe Drehteile nach dem Zerspanen auf der Gegenspindel optimal zu fixieren, benötigen Dreher hochgenaue Spannzangen, die dann oft in Sondermaßen und Sonderformen nötig sind. Schaublin stellt deshalb ein umfassendes Produktportfolio inklusive Sonderlösungen für die unterschiedlichsten Applikationen bereit, um es dem Anwender leichter zu machen.

Eine besondere Erfolgsgeschichte in der langen Spannmitteltradition schreibt das Runout Adjustment System (SRS), das noch mehr Präzision beim Drehen und Schleifen garantiert. Denn mit SRS versetzt Schaublin Zerspaner in die Lage, die Konizität ihrer Schaublin-Spannzangen auf zwei Ebenen und ohne große Fachkenntnisse auf den Mikrometer genau einzustellen. Rundlauf- und Taumelfehler über 2 µm kommen dadurch auch in der Großserie nahezu nicht mehr vor. Ein weiterer Vorteil: SRS ist wartungsarm und lässt sich mit verschiedensten Spannzangen und auf den unterschiedlichsten Maschinen einsetzen. MM

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