Energiewende im Mittelstand Ökoenergie auf dem Weg in die Unternehmen
Sichere Geldanlage, gesicherte Stromversorgung zu kalkulierbaren Preisen oder ein Engagement für Nachhaltigkeit und die zukünftigen Generationen: Es gibt viele Argumente für Unternehmen, ihre Energie aus erneuerbaren Quellen selbst zu erzeugen. Besonders engagiert zeigen sich einige Mittelständler.
Anbieter zum Thema

Dass große Investitionen in erneuerbare Energien nicht nur großen Unternehmen vorbehalten sind, zeigt der Vakuumtechnikspezialist J. Schmalz GmbH. Die Nutzung regenerativer Energien nimmt zum Beispiel am Hauptsitz in Glatten eine wichtige Rolle ein. Schmalz betreibt zwei Windkraftanlagen mit insgesamt 2100 kW Leistung und Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 530 kW sowie Solaranlagen, die Wärmeenergie für die Warmwasser-Erzeugung generieren. Außerdem betreibt das Unternehmen eine Wasserkraftanlage (32 kW) und eine Hackschnitzelheizanlage (500 kW). Die Schwarzwälder erzeugen damit schon seit vielen Jahren mehr Energie, als der Betrieb selbst verbraucht; die Wasserkraftanlage hat das Unternehmen sogar schon seit seiner Gründung.
„Das Thema Nachhaltigkeit ist Teil der Strategie, das Unternehmen gut in die vierte Generation zu führen“, erläutert Wolfgang Schmalz, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Kurt Schmalz führt, im Gespräch mit der nachhaltigen PRODUKTION. Damit würde man über kurz oder lang auch auf Energiethemen kommen: „Öl ist eigentlich viel zu schade, um es für Heizzwecke zu verwenden.“ Der Schmalz-Geschäftsführer will es lieber den kommenden Generationen überlassen und setzt dafür beispielsweise auf seine Hackschnitzelanlage: „Nachdem wir im Schwarzwald von Biomasse geradezu umzingelt sind, liegt nichts näher, als sie zu nutzen.“
Investitionen in erneuerbare Energien rechnen sich langfristig
Dabei erkennt er durchaus an, dass ein solches Engagement nicht selbstverständlich ist: „Die Investition in eine Hackschnitzelanlage ist höher als in einen normalen Heizkessel, die Brennstoffkosten betragen dafür nur ungefähr ein Drittel. Langfristig ist das eine rentable Sache, doch wenn man nur auf die Quartalsergebnisse fixiert ist, wird man eine solche Investition nicht machen.“ Die Schwarzwälder als Familienunternehmen hingegen planen langfristig. Als weiteren Vorteil sieht der Schmalz-Geschäftsführer, dass mit dem Brennstoff für die Hackschnitzelanlage die Kaufkraft in der Region bleibt – bei einer Ölheizung würde das Geld abfließen.
(ID:38370420)