Energiewende im Mittelstand

Ökoenergie auf dem Weg in die Unternehmen

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Allein die 2012 genommene Photovoltaikleistung könnte über 760 Vierpersonenhaushalte mit Strom versorgen und damit 2000 t CO2 jährlich einsparen, wie der Hersteller von alkoholfreien Getränken, Konserven und Brotaufstrichen berichtet. Da diese Menge vor Ort erzeugt und direkt verbraucht werde, leisteten die neuen Photovoltaikanlagen ihren Beitrag zur Energiewende, erforderten aber im Gegensatz zu den meisten Photovoltaikanlagen in Deutschland keinen Netzausbau. Eine Besonderheit stellt die im Mai 2012 in Betrieb genommene 300-kW-Aufdachanlage auf den Werkshallen des Unternehmens dar: Meist werden die Module nach Süden ausgerichtet, die Module der Stute-Anlage stehen je zu 50 % nach Osten und Westen. Die Vorteile dabei sind höhere Belegungsdichte und weniger Windangriffsfläche. Außerdem erzeugt diese Anlage über den Tag hinweg eine gleichmäßigere Leistung, was besonders morgens und abends zu Mehrerträgen führt.

Unternehmen in Paderborn nutzen gerne die Windenergie

Am Standort Paderborn ist Stute mit seinen Ökostromprojekten allerdings nicht allein. Die Paderborner Brauerei ist die erste Brauerei Deutschlands, die ihr Bier mit Windenergie braut. Auf dem Brauereigelände an der Halberstädter Straße drehen sich die Flügel einer Windkraftanlage des Modells Vestas V 90, die in der Lage ist, rund 40 % des jährlichen Strombedarfs der Brauerei abzudecken. Damit ersetzt das Unternehmen fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien und sichert sich langfristig gegen steigende Stromkosten ab.

Die Windenergieanlage auf dem Paderborner Brauereigelände wurde von der Betreibergesellschaft MDP errichtet. Der Standort der Anlage direkt neben der Brauerei gehört zu den windreichsten Binnenlandstandorten in ganz Deutschland. Nach den Hochrechnungen der Oldenburger Anlagespezialisten dürfte die Paderborner Windkraftanlage circa 5 Mio. kWh Strom pro Jahr erzeugen, denen ein jährlicher Gesamtstrombedarf der Brauerei von etwa 10 Mio. kWh gegenübersteht.

Zwischen der Brauerei und MDP wurde ein Liefervertrag für Windstrom mit Überschusseinspeisung über 20 Jahre abgeschlossen. Auf Grundlage dieser Kooperation bezieht die Brauerei während des Produktionsprozesses ihren Strom direkt aus der Windenergieanlage und speist mögliche überschüssige Energie in das Stromnetz des regionalen Energieversorgers ein. Ist weniger Windstrom verfügbar, als die Brauerei gerade benötigt, erfolgt der Weg andersherum, indem sich die Brauerei des handelsüblichen Stroms aus dem Versorgernetz bedient. Wie hoch die Nutzungsquote tatsächlich sein wird, kann erst nach einem Jahr in Betrieb gesagt werden. Aus heutiger Sicht schätzen die Projektpartner die tatsächliche Nutzung des Windstroms auf circa 40 % des Brauereibedarfs.

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