Anbieter zum Thema
In das Kompressionselement eingespritztes Wasser, gereinigt in einem vollständig integrierten Umkehrosmose-Membranfiltersystem, sorgt für Schmierung, Abdichtung und Kühlung. Die Kühleigenschaften von Wasser ermöglichen den Betrieb des Kompressors mit niedrigen Verdichtungstemperaturen.
Energieeffizienter Kompressor bietet nahezu isothermische Verdichtung
Die Folge sind eine nahezu isothermische Verdichtung, ein geringer Energieverbrauch und ein sehr hoher Wirkungsgrad. Dazu trägt auch der getriebelose Antriebsstrang bei: Die Regelelektronik übernimmt die Aufgaben eines mechanischen Getriebes. Dies hat zugleich den Vorteil, dass man im Vergleich zu anderen bekannten Kompressorsystemen auf viele zusätzliche Bauteile verzichten kann und eine sehr kompakte Bauweise erreicht.
Den Entwicklern ist es durch den getriebelosen Direktantrieb und die Verwendung von gekapselten, auf Lebensdauer geschmierten Lagern gelungen, den Verdichtungsraum absolut ölfrei zu halten. Auch Öl- und Ölfilterwechsel entfallen und erst nach 28 000 Betriebsstunden wird ein Wechsel der Carbonfaser-Dichträder erforderlich.
Im Kompressorenraum des Forschungszentrums wurden zwei Modelle vom Typ D 75 HSR mit 75 kW drehzahlgeregelter Motorleistung installiert (Bild 1), die jeweils bis zu 13,6 m3/min Druckluft erzeugen, sowie ein D 37 H mit Festdrehzahl. In den beiden Nebengebäuden gewährleistet jeweils ein D 15 H mit einem Volumenstrom von 2,48 m3/min die Druckluftversorgung.
Kompressor wird von Reluktanzmotor angetrieben
Die drehzahlgeregelten 75-kW-Maschinen werden von Reluktanzmotoren angetrieben, die im Vergleich zu konventionellen Drehstrommotoren in einem sehr viel weiteren Volumenstrombereich bei hohem Wirkungsgrad regelbar sind. Der günstige Energieverbrauch ist auch an der niedrigen Austrittstemperatur der Druckluft zu erkennen, die sich sowohl durch die Wassereinspritzung als auch durch das niedrige Drehzahlniveau erklärt: Die Wärmeverluste sind nur gering; die Druckluft verlässt mit einer Austrittstemperatur von unter 35 °C den Verdichter (Bild 2 – siehe Bildergalerie).
Das kommt nicht nur dem Energiekosten-Budget, sondern auch der Druckluftqualität zugute: Bei den vorhandenen, warmregenerierenden Adsorptionstrocknern, die den Drucktaupunkt konstant auf unter -70 °C halten, wurde nach der Installation der Verdichter eine Drucktaupunktverbesserung festgestellt, zudem müssen die Trockner seltener in die energieaufwändige Regenerationsphase schalten. Das erklärt sich durch die niedrige Eintrittstemperatur der Druckluft: Je kälter die Luft, desto geringer ihre Fähigkeit, Wasser an sich zu binden.
Nach knapp einem Jahr können die Verantwortlichen eine rundum positive Bilanz ziehen. Die Kompressoren DH 75 SR haben eine Grundlastwechselschaltung und einen automatischen Wiederanlauf nach einem kurzzeitigen Stromausfall. Damit würde auch dann die Druckluftversorgung sichergestellt, wenn die Drucklufterzeugung während eines Dauertests durch einen Stromausfall unterbrochen wird.
Dipl.-Ing. Norbert Nitsche ist Key Account Manager stationäre Druckluftsysteme bei der Compair Drucklufttechnik GmbH.
(ID:264362)