Zwischen Walzanlage und Folienwickler

Smarte Systeme vermeiden Unfälle in der Kunststoffverarbeitung

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Von reaktiver zu vorausschauender Sicherheit

Mit der zunehmenden Digitalisierung industrieller Prozesse gewinnt aber ein neuer Ansatz an Bedeutung: Predictive Safety! Während klassische Sicherheitskonzepte vor allem bestehende Gefahrenbereiche absichern, verfolgt dieser einen präventiven Ansatz. Risiken werden frühzeitig erkannt und Maßnahmen eingeleitet, bevor eine kritische Situation entsteht. Dieses Prinzip entspricht der Entwicklung moderner Produktionssysteme insgesamt. Maschinen werden ja zunehmend vernetzt, Zustände kontinuierlich überwacht und Daten in Echtzeit ausgewertet. Warum sollte dies nicht auch für die Arbeitssicherheit gelten? Die Notwendigkeit wird durch die wirtschaftlichen Auswirkungen ungeplanter Störungen unterstrichen. Laut einer internationalen Industriebefragung kommt es bei 67 Prozent der Industriebetriebe mindestens einmal pro Monat zu ungeplanten Stillständen. Die durchschnittlichen Kosten werden für deutsche Unternehmen auf rund 147.000 Euro pro Stunde beziffert [3]. Sicherheit und Produktionsstabilität lassen sich deshalb immer weniger getrennt voneinander betrachten.

Smarte Schutzsysteme sind in der Industrie angekommen

Wie Predictive Safety in der Praxis funktioniert, zeigt das auf Funk basierende Personenschutzsystem U-Tech-Flex. Es überträgt den präventiven Ansatz auf den industriellen Alltag: Antennen erzeugen Schutzfelder rund um Maschinen oder Anlagen, während Mitarbeiter einen Transponder am Handgelenk tragen. Nähert sich eine Person einem definierten Gefahrenbereich, erkennt das System die Situation in Echtzeit und löst automatisch einen Not-Halt aus, bevor eine gefährliche Situation entstehen kann. Der Vorteil liegt in der Flexibilität. Denn Schutzbereiche können an unterschiedliche Maschinen, Arbeitsabläufe und Gefährdungen angepasst werden, ohne die notwendige Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Ein typisches Beispiel aus der Kunststoffverarbeitung

Ein dafür passendes Einsatzszenario findet man in der Kunststoffverarbeitung an Walzanlagen, Spritzgießmaschinen oder Folienwicklern: Kommt es beispielsweise zu einem Materialstau oder einer Verstopfung, müssen Mitarbeiter häufig direkt an der Anlage eingreifen. Während klassische Schutzkonzepte hier oft mit festen Barrieren oder aufwendigen Verriegelungen arbeiten, ermöglichen das funkbasierte Systeme eine flexible Absicherung des Gefahrenbereichs. Die Anlage bleibt zugänglich, aber gleichzeitig wird die Maschine automatisch gestoppt, sobald eine Person einen definierten Sicherheitsbereich unterschreitet. Ein weiterer Vorteil betrifft die Nachrüstbarkeit. Denn vor allem in dieser Branche bestehen Maschinenparks oft aus Anlagen unterschiedlicher Hersteller und Generationen. Moderne Schutzsysteme lassen sich aber vielfach in bestehende Sicherheitskonzepte integrieren, ohne umfangreiche Umbauten oder lange Produktionsunterbrechungen zu verursachen.

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