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Vernetzte Maschinen

Produktivitätssteigerung durch digitale Vernetzung

| Autor: Annedore Bose-Munde

Industrie 4.0 und die Vernetzung von Maschinen sind längst in der Produktion angekommen. Damit die Abläufe in der Prozesskette reibungslos funktionieren, gilt es jedoch, einige Regeln einzuhalten. Wir sprachen mit Philipp Schüll, Programmkoordinator Industrie 4.0 der Trumpf-Gruppe.

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(Bild: Trumpf)

Das Thema Industrie 4.0 hat in der Trumpf-Gruppe den Stellenwert einer strategischen Initiative. Es ist nicht nur formal direkt bei der Gruppengeschäftsführung aufgehängt, sondern wird von dieser auch intensiv vorangetrieben.

Herr Schüll, wie wird das Thema Vernetzung bei Trumpf konkret angegangen?

Inhaltlich hat es für uns drei wesentliche Aspekte: Erstens die Vernetzung bei unseren Kunden – hier sind wir Dienstleister auf allen Ebenen. Beratungen, passende Maschinen, durchgängige Systeme zur vernetzten Planung, Überwachung und Steuerung aller Prozessschritte, sichere Datenübertragung und -auswertung – das sind die Angebote, die fertigende Unternehmen von uns erwarten dürfen.

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Zweitens sind wir gerade dabei, international alle Produktionsstandorte in der Trumpf-Gruppe mittels Industrie-4.0- Lösungen zu optimieren. Denn wir verkaufen unseren Kunden nur, woran wir selbst glauben. Für uns ist die Smart Factory eine natürliche Fortschreibung und Ergänzung des Lean Management, wie wir es seit mehr als 15 Jahren sehr erfolgreich praktizieren. Durch die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung werden wir – so unser ehrgeiziger Plan – in den nächsten fünf Jahren weitere 30 % Produktivitätssteigerung hinbekommen. Damit bereiten wir unsere Prozesse ideal auf die steigenden Marktanforderungen vor – zum Beispiel die zunehmende Individualisierung von Produkten oder die immer kürzeren Reaktionszeiten.

Und drittens muss die Umsetzung von Industrie 4.0 stets den Bereich Arbeit 4.0 mitdenken. Vieles wird durch leistungsfähige Software einfacher werden, transparenter, leichter zu bedienen – genauso wie im Alltag mit dem Smartphone. Einige Arbeiten werden unnötig werden, andere mit weniger Personen zu verrichten sein. Aber es wird auch neue Jobs geben, zum Beispiel in der Prozessplanung. Sinnvolle Konsequenzen aus den vielen Daten, Dashboards oder Diagrammen kann schließlich nur der Mensch ziehen. Insgesamt legen wir extrem viel Wert auf interdisziplinäre und agile Zusammenarbeit und entsprechende Weiterbildungen. Unser neues Bündnis für Arbeit, das in Kürze in Kraft tritt, wird außerdem noch mehr zeitliche und räumliche Flexibilität bringen.

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Über den Autor

Annedore Bose-Munde

Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik