Alpenland-Könner Salzburger Forscher nutzen flexible Stromverbraucher zur Energiewende

Quelle: Salzburg Research 3 min Lesedauer

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Wärmepumpen, Elektroautos und Batteriespeicher können ihren Stromverbrauch zeitlich flexibel verschieben und so helfen, Stromnetze zu entlasten und erneuerbare Energie besser zu nutzen. Und so geht das ...

Neue Schnittstellen fü die Energiewende! Das ist das österreichische Team, das im Projekt „FOCUS:LFM“ eine offene digitale Infrastruktur im Rahmen von flexiblen Stromverbrauchern aus der Taufe heben will, um Letztere besser in das Energiesystem einbinden zu können.(Bild:  J. Schlumberger)
Neue Schnittstellen fü die Energiewende! Das ist das österreichische Team, das im Projekt „FOCUS:LFM“ eine offene digitale Infrastruktur im Rahmen von flexiblen Stromverbrauchern aus der Taufe heben will, um Letztere besser in das Energiesystem einbinden zu können.
(Bild: J. Schlumberger)

Mit der zunehmenden Elektrifizierung wächst auch die Zahl steuerbarer Geräte, beginnen die Experten von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft MbH, ihren Bericht. Ein Elektroauto muss etwa nicht unmittelbar nach dem Anschließen mit voller Leistung laden. Eine Wärmepumpe kann innerhalb bestimmter Grenzen Wärme vorproduzieren sowie ein Batteriespeicher Strom aufnehmen und später wieder abgeben. Für sich genommen seien solche Anlagen für Strommärkte oder Netzbetreiber meist zu unbedeutend, aber vorhanden. Würden aber viele Geräte richtig koordiniert, könnten daraus größere Flexibilitäts-Pools im Rahmen der Stromversorgung entstehen.

Das leistungsmäßige Potenzial ist nicht zu verachten

Das Potenzial ist beträchtlich: Eine EU-Analyse beziffert das Potenzial der nachfrageseitigen Flexibilität für das Jahr 2030 auf nicht weniger als rund 120 Gigawatt. Zum Vergleich: Die in der EU derzeit installierten Wärmepumpen erreichen rund 44 Gigawatt. Flexible Geräte könnten Pumpspeicher zwar nicht vollständig ersetzen, die Größenordnung verdeutliche aber das bisher nur teilweise erschlossene Potenzial mit Blick auf Haushalte, Betriebe und Energiegemeinschaften. Im Projekt „FOCUS:LFM“ will man dafür nun eine offene, gemeinsame Grundlage schaffen, die technische Hürden reduziert und neue Möglichkeiten für Flexibilitätsangebote im Energiesystem eröffnet. Das Projekt startete im Juni diesen Jahres und wird über vier Jahre laufen. Es wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds und des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert und im Rahmen des Energieforschungsprogramms 2025 durchgeführt.

Lieber gemeinsame Schnittstellen als Insellösungen

Bisher ist aber die technische Integration die Hürde. Geräte unterschiedlicher Hersteller verwenden nämlich diverse Kommunikationswege, Datenmodelle und Steuerungsschnittstellen. Viele Geräte sind auch noch proprietär – also geschlossene, herstellerspezifische Systeme. So kann es vor allem für kleinere Hersteller, Energiedienstleister und neue Marktteilnehmer aufwendig und teuer sein, unterschiedliche Systeme miteinander zu verbinden. Deshalb entwickelt man ein Open Source Framework für die technische Aggregation dezentraler Flexibilität, wie es heißt. Vereinfacht gesagt, soll eine gemeinsame digitale Verbindungsebene zwischen flexiblen Geräten, Gebäude- und Energiemanagementsystemen, technischen und wirtschaftlichen Aggregatoren, Stromhandel, Flexibilitätsvermarktung und Prozessen der Verteilernetzbetreiber entstehen.

Offene IKT-Architektur mit passenden Schnittstellen

Bestehendes soll dabei aber nicht ersetzt sondern über klar definierte Schnittstellen verbunden werden. Entscheidend sei, dass aus vielen Einzelsystemen eine verlässliche Infrastruktur entstehe, die allen betroffenen Akteuren einen Mehrwert liefere. Darum entwickeln die Salzburger schrittweise eine offene IKT-Architektur mit passenden Schnittstellen, anhand derer auch isolierte System angebunden und miteinander vernetzt werden können. Etablierte Prozesse, geltende – und bereits bekannte – zukünftige Regularien sowie weitere Entwicklungen in der Energiewirtschaft werden berücksichtigt, wie man betont. So könne sich die „FOCUS:LFM“-Entwicklung schließlich nahtlos im Gesamtsystem einfügen.

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