Inakzeptabel? Schwierige Tarifrunde! Warnstreiks in Baden-Württemberg wahrscheinlich

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Nach der zweiten Verhandlung in der laufenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg stehen nun doch leider Warnstreiks bevor. Hier mehr dazu ...

So könnte es ab Monatag in einigen Orten Deutschlands aussehen! Denn die IG Metall hat im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen ein Angebot der Arbeitgeber, die es jedoch in diesen Zeiten nur für fair halten, abgeleht ...(Bild:  dpa / N. Graeber)
So könnte es ab Monatag in einigen Orten Deutschlands aussehen! Denn die IG Metall hat im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen ein Angebot der Arbeitgeber, die es jedoch in diesen Zeiten nur für fair halten, abgeleht ...
(Bild: dpa / N. Graeber)

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hatte jüngst ein Angebot an die Gewerkschaft vorgelegt. Jedoch wies die IG Metall dieses mit der Begründung „unzureichend“ wieder zurück. „Die Arbeitgeber haben`zwar ein erstes Angebot vorgelegt. Klar ist jedoch, dass die dort enthaltene Entgelterhöhung zu niedrig ist und zu spät kommt“, wie Barbara Resch, die IG-Metall-Bezirksleiterin, kommentiert. Für die Beschäftigten bedeute das in Wahrheit einen Reallohnverlust. Die Friedenspflicht endet außerdem mit Ablauf des 31. Oktober. Warnstreiks sind folglich ab kommenden Sonntag möglich. Und die Gewerkschaft will auch mit Ablauf der Friedenspflicht mit Warnstreiks den Druck in den Betrieben erhöhen, heißt es weiter. Das Angebot sei bundesweit abgestimmt, teilte Südwestmetall im Zuge dessen mit. Die Arbeitgeber bieten demnach eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027.

In dieser Lage sei das Angebot mehr als fair

Das entspreche in Baden-Württemberg 700 Euro. Die Zahlung könne allerdings von Unternehmen mit geringer Profitabilität verschoben und gegebenenfalls auch gestrichen werden. Auf Rückfrage sagte Peter Sebastian Krause, der Verhandlungsführer von Südwestmetall, dass derzeit rund 25 Prozent der insgesamt 641 Mitgliedsunternehmen Verluste machen. Und etwa 20 Prozent erwirtschafteten derzeit keine Nettoumsatzrendite von über 2,3 Prozent. Wenn es also darauf ankomme, könnten etwa 45 Prozent der Betriebe von dieser Ausnahme Gebrauch machen. Eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent soll es dann aber ab Juli 2028 geben. Und der Tarifvertrag soll bis Ende 2028 gelten. Das Angebot stehe aber auch unter dem Vorbehalt der Einführung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung. Das ist laut Krause ein fairer Vorschlag, wenn man sich zeitgleich auch noch in der größten Strukturkrise in der Geschichte der BRD befindet.

Das will wiederum die IG Metall jetzt erreichen:

Die IG Metall hat für die etwa 900.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten aber nicht weniger als fünf Prozent mehr Geld gefordert. Die Beschäftigten arbeiten übrigens in ganz unterschiedlichen Branchen: Zum Beispiel Autoindustrie, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Rüstung. Branchen wie die Autoindustrie stehen aber derzeit bekanntlich wirtschaftlich stark unter Druck. Außerdem will man mit den Arbeitgeberverbänden über die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln und eine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in profitablen Firmen erreichen, was die Gewerkschaft auch schon vor der Tarifrunde mitgeteilt hat. Für Beschäftigte und Auszubildende in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben strebt die Gewerkschaft demnach eine tarifliche Gewinnbeteiligung an.

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