Blechumformung Servopressen sorgen für eine flexiblere Produktion und breitere Anwendungspalette

Redakteur: Dietmar Kuhn

Mit der Servopressen-Lösung hat der Göppinger Pressenspezialist Schuler eine neue Generation mechanischer Pressen mit Servoantrieb vorgestellt. Die Stanz- und Umformautomaten der PSE-Baureihe

Firma zum Thema

Bild 1: Stanz- und Umformautomat mit Servoantrieb PSE 2-250; Presskraft 2500 kN, Hubzahl 1 bis 70 und 1 bis 100 pro Minute, Stößelhub 250 mm, Stößelverstellung 200 mm ± 0,1 mm und Werkzeugeinbauhöhe 600 mm.
Bild 1: Stanz- und Umformautomat mit Servoantrieb PSE 2-250; Presskraft 2500 kN, Hubzahl 1 bis 70 und 1 bis 100 pro Minute, Stößelhub 250 mm, Stößelverstellung 200 mm ± 0,1 mm und Werkzeugeinbauhöhe 600 mm.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der Servopressen-Lösung hat der Göppinger Pressenspezialist Schuler eine neue Generation mechanischer Pressen mit Servoantrieb vorgestellt. Die Stanz- und Umformautomaten der PSE-Baureihe können schnell auf unterschiedliche Anwendungsbereiche ausgelegt werden. Dafür sorgt die variable Servoantriebstechnik, mit der alle Pressen serienmäßig ausgestattet sind. 2500, 3150, 4000, 5000 und 6300 kN – mit diesen Presskräften geht die neue Baureihe an den Start (Bild 1).

Alle Anlagen sind in Monoblock-Bauweise ausgeführt und werden modular aus Standardkomponenten zusammengefügt. Dieses Konzept soll sich vor allem durch eine leistungsfähige Technik mit hoher Verfügbarkeit auszeichnen. Die Pressen der neuen Generation können je nach Werkzeug- und Automationskonzept als Transferpressen oder als Presse mit Folgeverbundwerkzeugtechnik betrieben werden (Bild 2).

Bildergalerie

Komplexe und wechselnde Bauteile sind kein Problem

Das neue Antriebskonzept mit Servotechnik bietet dem Anwender Vorteile, womit eine Vielzahl komplexer Bauteile in unterschiedlichen Dimensionen gefertigt werden kann. Die Möglichkeit, die Stößelbewegung für jedes Teil einfach und individuell anpassen zu können, überzeugt demnach.

Konzipiert wurden die Stanz- und Umformautomaten mit Servoantrieb vor allem für die Presswerke, die unterschiedliche Werkzeugtechnologien einsetzen und ihre Kunden mit Teilen in unterschiedlichen Losgrößen beliefern. Ihre Flexibilität bezieht die neue Baureihe aus Servoantrieben, die direkt mit dem Exzenterrad verbunden sind – ohne Kupplung und Schwungrad (Bild 3).

Deshalb und durch die freie Regulierbarkeit der Motordrehzahlen ist es möglich, Bewegungs- und Kraftverläufe während des Pressvorgangs zu variieren und so die Stößelkurve genau an die jeweilige Anwendung anzupassen. So lässt sich der Stößel exakt positionieren, während des Ziehvorgangs verlangsamen oder mit konstanter Geschwindigkeit bewegen. Das verbessert nicht nur die Qualität des Bauteils, sondern schont auch das Werkzeug. Durch die freie Programmierbarkeit kann die Stößelbewegung außerdem exakt an die Frequenz der Pressenautomation angepasst werden – ein wichtiger Beitrag, um die Ausbringung zu erhöhen.

Servopressen eignen sich auch für den Tryout-Betrieb

Programmierbarkeit der Stößelbewegung bedeutet auch, dass der Stößel im Reversierbetrieb (Pendelhub) gefahren werden kann, wodurch die Funktion einer mechanischen Stößelverstellung in einfacher Weise ersetzt wird. Auch als Tryout-Anlagen eignen sich die Servopressen hervorragend. Mit einem Handrad kann der Stößel bei der Werkzeuganpassung in kleinen Schritten bewegt und genau positioniert werden. Die Stößelbewegung ist in jeder Position reversierbar.

Die neue Schuler-Lösung bietet durch das besondere Konzept sowohl die Flexibilität einer hydraulischen Presse als auch das Tempo eines mechanischen Systems. Das besondere Antriebskonzept steht für maximale Variantenvielfalt in der Bewegung. So können erfolgreich erprobte Programme für die Stößelbewegung für unterschiedliche Anwendungen gespeichert und jederzeit kurzfristig wieder abgerufen werden. Das Ergebnis sind minimale Stillstandzeiten bei der Umstellung der Presse von einem Bauteil auf das nächste und damit beachtliche Produktivitätsgewinne.

Angetrieben werden die flexiblen Stanz- und Umformautomaten durch hochdynamische Motoren. Die Ener-giebilanz der neuen Maschinengeneration ist positiv: Zwar sind die Spitzenströme bei gleichem Werkzeug und Ausbringung höher als bei einer mechanischen Presse mit konventionellem Antrieb, doch unter dem Strich benötigt eine Servopresse weniger Energie als ihr konventionell angetriebenes Pendant, das im Start-/Stoppbetrieb zusätzliche Leistung für Kupplung und Bremsen aufbringen muss.MM

Weitere Informationen: Schuler AG, 73033 Göppingen, Tel. (0 71 61) 66-0, info@schulergroup.com

Artikelfiles und Artikellinks

Link: Schuler AG

(ID:196237)