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Predictive Maintenance So holen Sie das Beste aus Ihren Daten heraus

| Autor / Redakteur: Peter Portner / Sebastian Hofmann

Ein steigender Wettbewerbsdruck zwingt viele Industriebetriebe dazu, ihre Instandhaltung effizienter aufzusetzen. Ein Branchenexperte zeigt, welche Schritte dafür nötig sind.

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Im Bereich Instandhaltung haben viele Unternehmen noch große Einsparpotenziale. Mit Predictive Maintenance lassen sie sich ausschöpfen.
Im Bereich Instandhaltung haben viele Unternehmen noch große Einsparpotenziale. Mit Predictive Maintenance lassen sie sich ausschöpfen.
(Bild: ©Ingo Bartussek - stock.adobe.com)

Wenn es um die Instandhaltung geht, greifen viele Industriebetriebe heute noch auf sogenannte Intervall-Wartungen zurück: In regelmäßigen Abständen nehmen Mitarbeiter die Maschinen aus der Produktion, checken sie durch und fahren sie anschließend wieder hoch. Bei der Festlegung der Prüfzeiträume orientieren sich die Entscheider meist an der Lebensdauer wichtiger Anlagenteile, deren Ausfall gleichzeitig den Ausfall der Maschine zur Folge hätte. Dabei gibt es allerdings ein großes Problem: Niemand schaut auf den tatsächlichen Zustand der Maschine. Oft werden Wartungen häufiger durchgeführt als notwendig. Die Folge sind vermeidbare Produktionsausfälle und Umsatzeinbußen.

Dabei wäre die Lösung so einfach: In den meisten Unternehmen liegen die notwendigen Daten für vorausschauende Instandhaltung nämlich schon vor. Sie werden allerdings nur selten auch genutzt. Aus diesem Grund sollten sich Entscheider 2020 mit den Möglichkeiten der Predictive Maintenance auseinandersetzen. Hier sind fünf Schritte, die Ihnen dabei helfen können:

1. Schritt: Verbessern Sie Ihren Wissensstand!

Predictive-Maintenance-Systeme haben sich bereits durch Implementierungen im kleineren Rahmen und Proof-of-Concept-Arbeiten als überzeugende Lösung für Industriebetriebe erwiesen. Erste Feldversuche erbringen beeindruckende Resultate und überzeugende ROIs. Die vorausschauende Instandhaltung wird zu einem alltäglichen Phänomen avancieren. Gerade deshalb ist es für Sie wichtig, sich rechtzeitig darüber zu informieren, ob diese Form der Wartung für den eigenen Betrieb sinnvoll ist. Gute Partner dafür sind beispielsweise Industrie- und Handelskammern oder Fraunhofer-Institute.

2. Schritt: Schaffen Sie die richtigen Rahmenbedingungen!

Beim Einsatz von Predictive Maintenance scheitert es heute vor allem an der Angst vor zu hohem Initialaufwand und Vorbehalten in der Belegschaft. Sie als Entscheidungsträger und Führungskräfte müssen hier einen Spagat meistern: Es gilt, den Mitarbeitern die Notwendigkeit für Veränderungen zu erklären und gleichzeitig klarzumachen, dass ihre Arbeitsplätze nicht Gefahr laufen, von einer Maschine obsolet gemacht zu werden. Vielmehr soll der Einsatz neuer Technologien ihre Arbeit erleichtern. Holen Sie sich die Early Adopter aus Ihrer Belegschaft mit ins Boot, um das Commitment zu stärken!

3. Schritt: Bereiten Sie Ihre Daten auf!

Ihre Ziel ist es, Ihre Betriebsdaten intelligenter und effektiver zu verwerten. Dazu braucht es im ersten Schritt eine schonungslose Bestandsaufnahme: Wo gewinnen Sie welche Daten? Was davon hilft Ihnen weiter, was nicht? Sortieren Sie irrelevante Datensätze schon am Anfang aus! Sie stellen sonst nur unnötigen Ballast dar und die Aussicht auf einen reichhaltigen Erkenntnisgewinn schwindet. Konzentrieren Sie sich vielmehr auf spezifische Informationen – beispielsweise auf solche, die Aufschlüsse über den Anlagenzustand geben und einen Mehrwert für das Unternehmen liefern. Holen Sie sich einen Data Scientist mit an Bord, der Sie bei dieser Aufgabe unterstützt!

4. Schritt: Achten Sie auf zukunftsfähige Standards!

Der Markt für industrielle IoT-Plattformen wird dieses Jahr weiter konsolidiert. Es ist sogar davon auszugehen, dass der Wettbewerb um die Marktführerschaft entschieden wird. Kunden und Partner werden sich in diesem Zusammenhang um die Sieger versammeln, deren Systeme sich als Standard etablieren. Die Plattformanbieter Siemens, Osisoft und PTC verfügen bereits über ein robustes Angebot und dürften sich weiterhin gut entwickeln. Auch Fanuc wird sich 2020 mit einer eigenen Plattform etablieren und ebenfalls eine gute Option darstellen.

5. Schritt: Optimieren Sie Ihren Return on Investment!

Der Trend 2020 wird hin zu noch mehr Servitisierung gehen: Hersteller und OEMs werden vermehrt auf gebündelte Produkt- und Servicemodelle setzen. Eine weitere Folge wird sein, dass Zulieferer immer weitere Bereiche der Maschinenüberwachung und -wartung übernehmen. Nutzen Sie sie. Damit können Sie bessere ROI-Werte schaffen, da Produkt und Service aus einer Hand kommen und in vielen Fällen günstiger werden.

* Peter Portner ist Managing Director DACH bei Senseye in SO167NS Southampton, Vereinigtes Königreich, Tel. (07 11) 22 95-45 47, hello@senseye.io

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