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Fachkräfte

Spezialisten auf Zeit bleiben gefragt

| Autor/ Redakteur: Leonhard Fromm /

In der Produktion besteht kaum noch Bedarf an Leiharbeitern. Doch gerade angesichts der unsicheren Zukunftsperspektiven sind externe Spezialisten für Projektaufgaben gefragt. Personaldienstleister haben sich auf den wachsenden Bedarf eingestellt.

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Gerade in Krisenzeiten benötigen Unternehmen Konstrukteure auf Leihbasis, um mit zukunftsträchtigen Produkten in den Aufschwung zu starten. Bild: Archiv From
Gerade in Krisenzeiten benötigen Unternehmen Konstrukteure auf Leihbasis, um mit zukunftsträchtigen Produkten in den Aufschwung zu starten. Bild: Archiv From
( Archiv: Vogel Business Media )

Wer in der aktuellen Krise über die Entlassung von Leiharbeitern redet, muss offenbar unterscheiden. „Wir werden dieses Jahr die Zahl unserer Mitarbeiter verdoppeln“, sagt Markus Ley. Der Leiter der Mannheimer Hays AG für den Bereich Arbeitnehmerüberlassung teilt das Klagen über den Rückgang der Verleihzahlen nicht. Im Jahr 2005 hat Hays in Deutschland eine eigene Gesellschaft für Zeitarbeit gegründet.

Das Unternehmen mit Sitz in London ist spezialisiert auf Akademiker. Im vergangenen Jahr vermittelte Hays rund 500 Spezialisten, darunter ein Viertel Hochschulabsolventen, an mehr als 100 Kunden. Vier von fünf dieser Akademiker sind Ingenieure, Techniker und IT-Experten.

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„Unsere Leute sind Spezialisten, die die Kunden oft gar nicht unter ihren Mitarbeitern haben, und zudem geübt im zielgerichteten Projekteinsatz“, beschreibt Ley die Personalstruktur. Dazu zählen Konstrukteure, die sich auf bestimmte Kunststoffe oder besondere Bearbeitungsverfahren spezialisiert haben und gar nicht daran interessiert sind, dauerhaft in einem Unternehmen zu bleiben.

Tatsächlich liegt die durchschnittliche Verweildauer der Hays-Spezialisten in einem Kundenprojekt bei zehn Monaten. Im Branchendurchschnitt lag dieser Wert im Jahr 2007 mit weniger als sechs Monaten um fast die Hälfte niedriger – Tendenz fallend. Der Experten-Teilmarkt macht bislang zwar weniger als 10% der Gesamtbranche aus, doch der Anteil steigt.

Das belegt auch die jährliche Lünendonk-Studie. In dieser befragten die Kaufbeurener Unternehmensberater 62 von bundesweit 8000 Anbietern von Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ), die mit 294000 vermittelten Personen und 16600 internen Mitarbeitern 36% der Branche repräsentieren (siehe Grafik in der Bildergalerie). Insgesamt machte diese im Jahr 2007 mit 630000 überlassenen Arbeitnehmern einen Umsatz von 14,6 Mio. Euro. Die Zuwächse betrugen 22 beziehungsweise 25%.

Weiter gute Chancen für Fachkräftevermittler

Trotz Rezession wollen die Firmen im laufenden Jahr weiter wachsen. An Spezialisten wie Hays, Yacht-Teccon (gehört zu Marktführer Randstad), DIS AG und Tuja (gehören zu Adecco), die ausschließlich Akademiker vermitteln, geht die aktuelle Krise bis jetzt vorbei. Angesichts von 80000 bis 100000 unbesetzten Ingenieurstellen im Herbst 2008 bleibt ein Bedarf an Fachkräften, auch wenn das Gesamtniveau sinkt.

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